Hermann und Thusnelda sollen Verkehr regeln
Bild: gettyimages/Hohl/Montage: Brüning
Fußgängern könnten bald in Detmold Hermann und Thusnelda als Ampelfiguren begegnen.
Bild: gettyimages/Hohl/Montage: Brüning

Geht es nämlich nach dem Heimatverein Hiddesen, soll der Cheruskerfürst in Zukunft als Ampelmännchen zu sehen sein. Abgebildet sein soll Hermann, der im Jahr 9 nach Christus den Römern in der Varusschlacht eine der schwersten Niederlagen beibrachte, auf mehreren Fußgängerampeln am Fuße des Denkmals. Dabei soll Arminius, wie Hermann eigentlich hieß, nicht allein abgebildet sein.

Bürger hat Idee für Ampelmännchen

Laut dem Heimatverein soll auch dessen Frau Thusnelda die Ampeln in Hiddesen zieren. Die Rollenverteilung scheint dabei schon festzustehen: Während Thusnelda für Grün steht, signalisiert Hermann mit dem nach oben ausgestreckten Schwert, dass Fußgänger müssen.

„Die Idee für die Ampelmännchen kommt von Horst Grumich, einem Hiddeser Bürger“, erklärt Cord Brüning, Vorsitzender des Heimatvereins. Die gezeichneten Entwürfe stammen von André Sedlaczek, Beisitzer des Vereins und zugleich Autor des Kinderbuchs „Hermann, der Cherusker – Götter und Germanen!“.

Politik muss jetzt entscheiden

Entsprechend gestaltet sind Hermann und „Nelda“, wie sie von den Heimatfreunden genannt wird. Nach Angaben des Vereins handelt es sich bei den Darstellungen um Schattenrisse der Figuren aus dem Comic. „Dadurch ist Hermann breiter, jedoch passt er so perfekt auf die Ampel“, sagt Brüning.

Nach Angaben des Vorsitzenden wären es in der Region Ostwestfalen-Lippe die allerersten außergewöhnlichen Signalfiguren. In Nordrhein-Westfalen regeln unter anderem in Neuss zwei Schützen den Verkehr. In Duisburg übernehmen diese Aufgabe an einigen Fußübergängen zwei Bergleute.

Einmalig in OWL

Ob es Hermann und Thusnelda tatsächlich auf die Ampeln schaffen, darüber muss die kommunale Politik entscheiden. „Der Stadtrat hat den Antrag zunächst einmal an den in solchen Fragen zuständigen Tiefbauausschuss weitergeleitet“, erklärt Brüning. Dieser tage im November wieder.

Wahrzeichen Detmolds: das Hermannsdenkmal. Bild: dpa

Insgesamt sollen drei Ampeln in Hiddesen umgerüstet werden. „Die Kosten belaufen sich nach Angaben der Verwaltung auf etwa 5000 Euro“, sagt Brüning. Für die Finanzierung will der Heimatverein Spenden sammeln. „Die ersten Interessenten haben sich bereits gemeldet“, hofft Brüning, dass die Politik dann auch grünes Licht für die Umsetzung gibt. Denn: „Ein Stück Heimat auf der Ampel zu sehen, wäre schön.“

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