Hertha-Bus fährt nach Schuss zum Arminia-Spiel
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Auf den Mannschaftsbus von Hertha BSC schoss am Sonntag ein Motorradfahrer. Das Einschussloch befindet sich auf Höhe des Fahrersitzes.
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Allerdings werde der Mannschaftsbus von der Polizei auf dem Weg vom Hotel zum Stadion begleitet. Zu weiteren Sicherheitsvorkehrungen wollten sich die Ermittler nicht äußern.

Am Tag vor der Erstrunden-Begegnung mit Arminia Bielefeld am Montag hatte ein unbekannter Motorradfahrer einen Schuss auf die Frontscheibe des Busses abgegeben. Das Projektil hinterließ feine Sprünge in der Scheibe, durchschlug sie aber nicht. Der Busfahrer, der die Mannschaft von Bahnhof hatte abholen wollen, kam mit einem Schrecken davon. „Er hat schon viele brenzlige Situationen im Straßenverkehr überstanden, aber er hat noch nie in den Lauf einer Pistole geguckt“, berichtete ein fassungsloser Hertha-Manager Michael Preetz.

Warum der Motorradfahrer nach einem Überholmanöver wendete, dem Fahrer mit Faust oder "Stinkefinger" gedroht und dann gefeuert haben soll ist nach Polizeiangaben weiter offen. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte ein Polizeisprecher. Der flüchtige Täter werde weiterhin gesucht. Am Tatort wurden Spuren gesichert. Sie sollen unter anderem Erkenntnisse darüber bringen, mit welcher Munition geschossen wurde.

"Wenn man sich das Einschussloch ansieht, kann man sich ja vorstellen, was passiert wäre, wenn die Kugel die Scheibe durchdrungen hätte", sagte Manager Michael Preetz. In der Nacht nach dem Anschlag drehte sich im Teamhotel des Hauptstadtclubs in Bielefeld alles um die in Deutschland bisher beispiellose Attacke eines Einzeltäters. Verletzt wurde niemand.

In der Türkei hatte es im April einen bewaffneten Angriff auf einen Teambus gegeben. Nach dem 5:1-Auswärtssieg bei Caykur Rizespor war der Mannschaftsbus von Fenerbahce Istanbul auf dem Weg zum Flughafen Trabzon mit einem Gewehr beschossen worden, das Team war an Bord. Der Fahrer war verletzt worden und hatte operiert werden müssen.

Die Busse des Autoherstellers Daimler sind nach Angaben einer Daimler-Sprecherin mit dem gesetzlich vorgegebenen Verbundsicherheitsglas ausgestattet. Dieses Glas sei mit speziellen Folien beschichtet, das nicht splittert, sondern nur Risse bildet, sagte die Sprecherin am Montag in Stuttgart. Mercedes-Benz Busse liefert an Hertha BSC und unter anderem auch an den Deutschen Fußball-Bund für die Nationalmannschaften sowie den 1. FC Köln. Über den Preis macht Mercedes-Benz keine Angaben, da die Busse zum Teil über eine zusätzliche Sonderausstattung verfügen.

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