Hindenburgplatz soll Schlossplatz heißen
Aus für den Hindenburgplatz in Münster. Nach monatelanger Diskussion entschied sich die Ratsmehrheit für eine Umbenennung. Der größte Platz der Stadt wird nun Schlossplatz heißen.

53 Stimmen sprachen sich für den intensiv diskutierten Namenswechsel aus. „Aus unserer Haltung kann man keinen politischen Richtungswechsel ablesen. Straßennamen bilden schlicht die Historie ab und damit auch das Spannungsverhältnis zwischen Erinnerungsgeschichte und neuen Erkenntnissen“, sagte Christdemokrat Heinz-Dieter Sellenriek. Oberbürgermeister Markus, gleichwohl CDU-Mitglied, sprach sich jedoch klar für den Namenswechsel aus.

„Die SPD hat bereits 2008 die Umbenennung des Platzes beantragt und ist nun am Ziel“, sagte Sozialdemokrat Dr. Michael Jung – wurde aber von Sellenriek daran erinnert, dass die SPD-Fraktion 1998 gegen einen Namenswechsel stimmte. Nun hat sich das Blatt offenbar gewendet: „Münster will eine Stadt des Friedens, der Toleranz und der Demokratie sein – für nichts davon steht Hindenburg.“ Ebenso klar sehen das die Grünen: „Hindenburg hat ohne Not die demokratische Kultur abgesetzt. Diese Fakten liegen auf dem Tisch, und der Name wird nun entfernt“, so Dr. Brigitte Hasenjürgen.

Einstimmig urteilte auch die FDP – wenn auch nach langer Debatte, wie Fraktionsvorsitzende Carola Möllemann-Appelhoff anmerkte. „Gegner des Beschlusses müssen nicht als politisch rechts eingestuft werden. Ihnen wurde vielleicht nur ein überholtes Bild von Hindenburg vermittelt.“ Was auch für Mitglieder der Bürgerinitiative gelten könnte, die die Entscheidung per Bürgerbegehren anfechten wollen.

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