Hochschulpräsident: Keine Verschwendung 
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Zu wenig Unterrichtsstunden, zu hohe Ausgaben, so lautet der Vorwurf gegen die Hochschule der Polizei in Münster. Hochschulpräsident Klaus Neidhardt wehrt sich gegen den Vorwurf. 
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Die Verschwendung gehe aus einer internen Prüfungsmitteilung des Landesrechnungshofs Nordrhein-Westfalen hervor, hatte am Wochenende das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet. Darin seien „in gravierendem Ausmaß Überkapazitäten“ bei den hochschuleigenen Unterkünften und beim Lehrpersonal festgestellt worden. Keiner der 34 Bediensteten soll nach Informationen des Magazins im Studienjahr 2008/2009 sein Pensum an Lehrveranstaltungen erfüllt haben.

Überkapazität beim Personal

Für den Präsidenten der Deutschen Polizeihochschule ist die Tatsache, dass die junge Hochschule sich noch im Aufbau befinde, ein Grund dafür, dass Lehrende ihr Pensum nicht erfüllen konnten. Dies werde mit der weiteren Differenzierung und Ausweitung des Lehrangebots weitestgehend bereits ab Oktober der Fall sein. Neidhardt legt in einer Stellungnahme Wert darauf, dass sich die Lehrenden arbeits- und beamtenrechtlich nichts vorzuwerfen hätten. Sie seien wesentlich in den Aufbau der Hochschule involviert und hätten in zahlreichen polizeilichen Gremien gearbeitet. Alle Nebentätigkeiten seien im öffentlichen Dienst oder im Interesse der Hochschule wahrgenommen worden. Die Tatsache, dass zahlreiche externe Referenten in der Akademie tätig waren, liege in der hohen Spezialisierung der Teilnehmer von Fortbildungsveranstaltungen. Die Ausbildung von Spezialisten erfordere die Einbindung externer Referenten für wissenschaftliche und praxisbezogenen Spezialthemen.

Sondersitzung des Kuratoriums

In dieser Woche werde sich das Kuratorium der Polizeihochschule zu einer Sondersitzung treffen, schreibt der Spiegel. Ein Sprecher des für die Dienstaufsicht zuständigen Düsseldorfer Innenministeriums erklärte dem Magazin, die Hochschule habe geltendes Recht nicht eingehalten. Deshalb werde mit Zustimmung des Kuratoriums eine spezielle Lehrverpflichtungsverordnung erlassen.

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