Hoffnung für wieder verheiratete Katholiken
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Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, fordert, geschiedene und wieder verheiratete Katholiken nicht als Gläubige zweiter Klasse zu behandeln.
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 Marx dämpfte zwar Hoffnungen auf eine schnelle Antwort. „Wir sind nicht in einem Stadium, in dem wir fertige Lösungen haben“, sagte er am Donnerstag zum Abschluss der Vollversammlung der Bischöfe in Münster. Man sei aber auf guten Wege, auch wenn das komplexe Thema zu Kontroversen führe. Der Erzbischof von München und Freising zeigte sich offen für Forderungen, diese Christen wieder zur Kommunion zuzulassen. Die Gläubigen erwarteten zu Recht, dass die Kirche auch jene Menschen begleite, deren Ehe gescheitert sei, sagte er in der ARD. „Da muss deutlich werden, dass wir als Kirche sagen: Ihr seid keine Christen zweiter Klasse. Es gibt auch die Chance für einen Neuanfang, und wir wollen das mitbegleiten. Das müssen wir positiv unterstützen und verstärken.“

Lernen aus dem Fall Limburg

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch mahnte seine Kollegen, aus dem Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zu lernen. Aus manchen Äußerungen spreche ein nochmals gewachsenes Misstrauen „gegenüber uns Bischöfen, vor allem unserem Leitungs- und Lebensstil“, erklärte er zum Abschluss der Vollversammlung. Nach seinen Angaben haben sich die Bischöfe in den letzten Monaten mehrfach über den Fall des Limburger Bischofs ausgetauscht, den der Papst bis zur Klärung der Verschwendungsvorwürfe beurlaubt hat. „Das bedeutet allerdings nicht, dass zwischen uns nicht auch Differenzen in der Analyse und Bewertung der Vorgänge bestehen. Das war auch nicht anders zu erwarten“, sagte Zollitsch. Die Zukunft des Limburger Bischofs hängt von Papst Franziskus ab, der darüber nach Auswertung eines Prüfberichts einer Expertenkommission befinden will.

Studie zum Missbrauch

 Den Missbrauchsskandal in den eigenen Reihen will die katholische Kirche mit einem neuen Forschungsprojekt wissenschaftlich aufarbeiten. Die Bischöfe beschlossen einen Forschungsplan und die Zusammenarbeit mit neuen Partnern, nachdem der erste Anlauf vor einem Jahr gescheitert war. Über Details schweigen sich die Verantwortlichen jedoch zunächst aus.

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