Hohe Hürden für Ausweitung von Nachtflügen
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Der Flughafen Dortmund will seine Wettbewerbsfähigkeit durch längere Start- und Landezeiten in den Nachtstunden verbessern. Doch das Oberverwaltungsgericht Münster fordert dafür schwergewichtige Argumente.
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Die Richter verwiesen am Mittwoch auf jüngste Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichtes zum neuen Flughafen in Berlin. Demnach muss der Betreiber die besondere Bedeutung und Notwendigkeit des Betriebs im Nachtbereich nachweisen. Das OVG beschäftigt sich über zwei Tage mit der Klage von Gegnern des Flughafens Dortmund und der Nachbarstadt Unna gegen die Genehmigung der Aufsichtsbehörden von längeren Betriebszeiten auch nach 22 Uhr. Die Kläger halten die verlängerten Start- und Landezeiten für überflüssig und bezweifeln die vom Flughafen prognostizierten Passagierzuwächse durch die genehmigte Ausweitung. Ein Urteil verkündet das Gericht am Donnerstag.

Das Gericht sah in der mündlichen Verhandlung am Mittwoch noch erheblichen Klärungsbedarf bei dem vom Flughafen vorgelegten Gutachten. Darin werden die Passagierzahlen bis 2025 prognostiziert. Neben der Seite der Kläger hatten auch die Richter Bedenken und forderten weitere Erklärungen zur Datenbasis und Methode der Berechnungen. Der Flughafen hat seit Mai 2014 die Genehmigung, bis 22.30 Uhr planmäßig starten und bis 23 Uhr landen zu lassen. In bis zu 20 Ausnahmefällen pro Monat gilt eine Verspätungsregelung um bis zu 30 Minuten. Der Flughafen in Dortmund ist nicht ausgelastet. Die Geschäftsführung will mit der Ausweitung der Öffnungszeiten in den Abend hinein für Fluglinien attraktiver werden. Um Passagieren Verbindungen zu Luft-Drehkreuzen wie München oder Palma de Mallorca zu ermöglichen, müssen nach Ansicht des Managements die Abendstunden genutzt werden. Von diesem Argument zeigte sich das Gericht allerdings nicht überzeugt: „Das kann man aber für jeden Flughafen fordern.“

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