Hooligan hat „wie im Rausch“ geschlagen
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Elf Anhänger des Fußballvereins Arminia Bielefeld sind angeklagt, nach einem Spiel Fans von Werder Bremen überfallen, verletzt und beraubt zu haben. Philipp G. (r., hier mit seinem Verteidiger Detlev Binder) ist wegen versuchten Mordes angeklagt, die anderen wegen versuchten raubs und Körperverletzung.
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Der 20 Jahre alte Hauptangeklagte, ein Hooligan mit bundesweitem Stadionverbot, räumte Schläge und Tritte ein. Ihm lastet die Staatsanwaltschaft sogar versuchten Mord an. Ein 26-Jähriger Bremer Fan hatte schwere Kopfverletzungen erlitten. Die anderen jungen Männer sind des versuchten Raubes und der Körperverletzung angeklagt.

Der Anklage zufolge hatten die Bielefelder Fans verabredet, nach dem Spiel einigen Bremern die Fahnen abzunehmen. Der 20 Jahre alte Philipp G., gegen den erst kurz zuvor wegen eines Trittes gegen einen Polizisten im Stadion von Rot-Weiß Erfurt ein Stadionverbot verhängt worden war, wurde telefonisch über den geplanten Überfall informiert. Der junge Mann habe beiden Opfern gegen den Kopf getreten und dabei deren Tod in Kauf genommen, wirft die Anklage ihm vor.

„Es lag in der Luft, dass es Gewalt geben würde.“

Er habe am 5. Mai seit dem Vormittag Bier und Wodka getrunken, sagte Philipp G.. Seit etwa drei Jahren begleitet er die Arminia-Spiele und habe dabei immer wieder auf gewaltsame Auseinandersetzungen gehofft. Als er angerufen wurde, habe sich dieses Gefühl wieder gemeldet: „Es lag für mich in der Luft, dass es Gewalt geben würde.“ Als es losging, sei er auf die Bremer zugerannt, habe einen am Boden sitzenden Mann ins Gesicht geschlagen und in den Bauch getreten, räumte der 20 Jahre alte Malergeselle und Hobby-Kick-Boxer ein. An einen Tritt gegen den Kopf könne er sich nicht erinnern. Einem zweiten habe er mit der Faust ins Gesicht geschlagen, dann mit Wucht zugetreten, den Kopf allerdings nicht voll getroffen. „Ich war wie im Rausch.“ Ähnlich beschrieben die anderen Angeklagten die Szenen des 5. Mai.

Opfer sind Nebenkläger

Die beiden verletzten Opfer aus Bremen sind Nebenkläger. Der 26-Jährige, der zuerst geschlagen und getreten wurde, erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Tagelang schwebte er in Lebensgefahr. Der Anwalt sagte, sein Mandant habe zwar wenig akute Beschwerden, müsse aber sein Leben lang eine Art Drainage im Kopf tragen. Das zweite Opfer kam mit blauen Flecken und Schürfwunden davon. Zunächst sind insgesamt 14 Verhandlungstage angesetzt. 21 Zeugen sind geladen. Außerdem soll ein Video gezeigt werden, dass Zivilpolizisten am Tattag gedreht haben.

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