Illegale Habichtfalle sichergestellt
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Der Habicht ist dem Nabu zufolge durch illegale Verfolgung in Deutschland und in NRW bedroht. Jetzt soll in Albersloh eine Lebendfalle entdeckt worden sein.
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Beamte der Polizei trafen den Mann am Dienstagabend auf seinem Grundstück in der Bauerschaft Storp an: Mit einem toten Fasan in der Hand, den er gerade aus einem Habichtfangkorb genommen hatte. Besonders pikant daran: Bei dem Beschuldigten handelt es sich nach Informationen des Komitees um ein Mitglied aus dem Präsidium des LJV. Dem Verbandsorgan gehören der Präsident, die Vizepräsidenten, der Schatzmeister sowie je ein Vertreter aus dem Bereich der Bezirksregierungen als Beisitzer an.

Landesjagdverband verweist auf Ermittlungsbehörden

Der LJV sah sich am Mittwoch  nicht zu einer Stellungnahme in der Lage. „Die Angelegenheit ist Sache der zuständigen Behörden. Der LJV kann zu den Vorwürfen nichts sagen, da er dazu über keine eigenen Erkenntnisse verfügt“, teilte PR-Berater Ludger Baumeister auf Anfrage der „Glocke“ schriftlich mit. Auch zu möglichen personellen Konsequenzen, sollte sich der Verdacht erhärten, äußerte sich der LJV nicht.

Nabu fordert Rücktritt des Präsidiums

Für Axel Hirschfeld, Pressesprecher des Komitees gegen den Vogelmord mit Sitz in Bonn, ist das ein starkes Stück. „Das Aufstellen eines Habichtfangkorbs ist eine Straftat, bei der der Entzug des Jagdscheins und bis zu fünf Jahre Haft drohen. Dass ein Präsidiumsmitglied diese Straftat verübt hat – sollte sich der Verdacht als wahr herausstellen – , schockiert uns besonders, denn es zeigt, dass der LJV offenbar nicht einmal in den eigenen Reihen in der Lage ist, für Ordnung zu sorgen.“ Hirschfeld geht davon aus, dass der Fasan, den der Beschuldigte aus der Falle genommen hatte, dem Anlocken von Habichten dienen sollte. Auch der Naturschutzbund (Nabu) NRW zeigte sich gestern entsetzt und verurteilte den Vorfall scharf.  „Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, dass hierfür ein Präsidiumsmitglied des Landesjagdverbandes verantwortlich ist, fordere ich das gesamte Präsidium auf, die Konsequenzen zu ziehen und ihre Ämter niederzulegen“, sagte der NABU-Landesvorsitzende Josef Tumbrinck.

Polizei leitet Strafverfahren ein

Die Polizei hat nach eigenen Angaben die Tierfangvorrichtungen sichergestellt und ein Strafverfahren gegen den Mann eingeleitet. Das Komitee gegen den Vogelmord hat zudem routinemäßig die Stabstelle Umweltkriminalität im Düsseldorfer Umweltministerium eingeschaltet.

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