Im Alter von  75 Jahren zum Doktortitel
Bild: Schäfer
Ein besonderes Geschenk hat Heinz Jakobsmeier wenige Tage vor seinem 75. Geburtstag erhalten: die Bescheinigung über erfolgreiche Promotion.
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Mit Erfolg: Die Bescheinigung der Westfälischen Wilhelm-Universität Münster weist das Prädikat Magna cum Laude aus. Wenn er von seiner Dissertation erzählt, wird ein Beweggrund für sein erneutes Studium spürbar: Heinz Jakobsmeier begeistert sich leidenschaftlich für Alte Geschichte.

Vor 40 Jahren schon einmal Geschichte studiert

Die hatte er bei seiner Einschreibung in Münster auch als Hauptfach gewählt, Katholische Theologie im Nebenfach. „Geschichte habe ich auch schon vor 40 Jahren studiert“, so Jakobsmeier. Das Interesse für historische Begebenheiten und Zusammenhänge ist ein roter Faden im Leben des Herzebrock-Clarholzers.

Oder wohl eher ein Seil: Denn diese Arbeit habe ihm in Zeiten von Krankheit eine Richtung und ein konkretes Ziel vorgegeben. „Es hat zu meiner Genesung beigetragen“, sagt der 75-Jährige mit Überzeugung.

Dissertation umfasst 220 Seiten

Sein Enthusiasmus für die Gallier-Rede des Claudius aus dem Jahr 48 nach Christus tat ein übriges. „Historisch-philologische Untersuchungen und Kommentar zur Tabula Claudiana aus Lyon“ lautet der Untertitel der Dissertation.

Der dreifache Vater, Großvater von vier Enkeln und frisch gebackene Doktor fasst den Kern seiner Arbeit zusammen: „Die Inschrift einer 1528 entdeckten Bronzetafel gibt eine Rede des Kaisers Claudius vor dem römischen Senat wieder“, so der 75-Jährige.

Reise nach Lyon gab Initialzündung 

Der Machthaber plädierte dafür, gallische Adlige im Senat zuzulassen. „So weit ich weiß, die einzige Rede eines römischen Kaisers, die in diesem Umfang erhalten ist“, sagt Jakobsmeier, der auch die harmonische Zusammenarbeit mit den – deutlich – jüngeren Mitstudenten genossen hat.

Initialzündung für die Themenauswahl sei ein Besuch im französischen Lyon im Jahr 2011 gewesen. „Damals waren wir vor Ort und haben im Museum die imponierende Bronzetafel besichtigen können“, so Jakobsmeier.

Fast zehn Jahre an Dissertation gearbeitet

220 Seiten – inklusive Literaturnachweisen – umfasst die Dissertation, an der er fast zehn Jahre gearbeitet hat. „Es ist eine nicht alltägliche Arbeit gewesen“, die ihn aber fast täglich beschäftigt habe.

Umso mehr freut ihn und seine Familie der Abschluss. Nicht, weil er sich und seinem Umfeld etwas beweisen musste, sagt er. Sondern einfach aus Freude daran, sich intensiv auf ein Thema einzulassen und dafür Anerkennung zu erfahren.

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