Immer mehr Menschen von Armut bedroht
Gegen den Bundestrend ist die Armutsquote in Nordrhein-Westfalen besonders stark gestiegen. Das Ruhrgebiet bleibt armutspolitische Problemregion Nummer 1. Das geht aus dem aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes hervor.

In Dortmund müssen demnach 23,5 Prozent der Menschen mit weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens auskommen und gelten damit als armutsgefährdet.

Immerhin ist die Armutsquote in der westfälischen Ruhrgebietsmetropole im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozentpunkte leicht gesunken. Im Großraum Dortmund dagegen - dazu zählen die benachbarten Kreise Unna und Hamm - stieg der Anteil der Armutsgefährdeten auf 22 Prozent (plus 0,6).

Ruhrgebiet armutspolitische Problemregion Nummer 1

Insgesamt bleibt das Ruhrgebiet laut Paritätischem Gesamtverband „mehr denn je die armutspolitische Problemregion Nummer 1 in Deutschland“.

Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes

„Jeder fünfte Einwohner dieses größten Ballungsraums Deutschlands muss mittlerweile zu den Armen gezählt werden“, sagte der Geschäftsführer des Verbands, Ulrich Schneider.

Doch auch in den übrigen Regionen Westfalens steigt das Armutsrisiko: Der Bereich Paderborn/Höxter verzeichnet in der Region den größten Anstieg bei der Armutsquote auf nun 17,3 Prozent (plus 3,1). Der Bereich Arnsberg, zu dem der Hochsauerlandkreis und der Kreis Soest gehören, weist mit 13,8 Prozent (plus 1) die niedrigste Armutsquote in Westfalen auf.

Landesweit liegt die Armutsquote laut Paritätischem Gesamtverband bei 17,5 Prozent (plus 0,4), bundesweit bei 15,4 (minus 0,1).

Mehr steuerliche Umverteilung gefordert 

Alarmiert zeigte sich Schneider von der Lage der Rentner. Bei ihnen sei die Armut seit 2005 etwa zehn Mal so stark angewachsen wie beim Rest der Bevölkerung. „Es ist eine Armut, die sich zum Großteil ganz knapp oberhalb des Sozialhilfeniveaus bewegt.“

Laut Deutschem Kinderhilfswerk sind sogar 19 Prozent der Kinder und Jugendlichen arm. Präsident Thomas Krüger forderte einen Aktionsplan gegen Kinderarmut. Schneider trat für eine Stärkung der Renten, der Grundsicherung, für mehr Bildung und steuerliche Umverteilung ein.

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