Initiative wirbt für Pflegeausbildung
Bild: Ostermann
Sie haben am Mittwoch in Bielefeld die Ausbildungsoffensive „Gute Pflege OWL“ präsentiert (v. l.): Petra Krause, Leiterin der Gesundheitsschulen am Evangelischen Klinikum Bethel, Uwe Borchers, Geschäftsführer des Zentrums für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL, und Angelika Gemkow, ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Enquete-Kommission „Zukunft der Pflege“.
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„Die Menschen sollen heute und morgen auf eine gute Pflege vertrauen können“, sagte die frühere CDU-Landtagsabgeordnete Angelika Gemkow, eine der Initiatorinnen. Namhafte Persönlichkeiten aus der Region sollen dem Thema als Pflegebotschafter Aufmerksamkeit verschaffen.

An Kranken- und Altenpflegern fehlt es seit Jahren. Das ist bekannt. „Neu ist die Dimension des Pflegenotstands“, sagt Petra Krause, die am Evangelischen Klinikum Bethel die Gesundheitsschulen leitet.

Ambulanten Diensten fehlen Fachkräfte

Die Entwicklung ist besorgniserregend: Immer mehr vor allem ältere Menschen brauchen Hilfe und Unterstützung. Mit den vorhandenen Pflegekräften ist das kaum mehr zu schaffen. Laut dem aktuellen Gesundheitsbericht des Landes NRW haben zuletzt 40 Prozent der ambulanten Dienste wegen fehlender Fachkräfte Anfragen nach Pflegebetreuung abgelehnt.

In Ostwestfalen-Lippe will die Aktion „Gute Pflege OWL“ jetzt gegensteuern und eine Ausbildungsoffensive starten. Petra Krause hat jahrzehntelang selbst in der Pflege gearbeitet. Sie spricht von einem „wunderbaren Beruf mit hoher Sinnstiftung“. Die Rahmenbedingungen müssten allerdings verbessert werden.

Vernetzung mit verschiedensten Akteuren

Um junge Menschen – und gerade auch junge Männer – für eine Ausbildung zum Pfleger zu gewinnen, setzen die Akteure auf eine Vernetzung mit Schulen, Eltern, Arbeitsagenturen, Pflegeeinrichtungen, Sozialverbänden, Verwaltungen, politischen Entscheidern und Medien. „Es geht um eine langfristig angelegte Initiative für eine langfristige gesellschaftliche Aufgabe, betont Mitinitiatorin Angelika Gemkow, die in OWL der christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) vorsteht.

Ziel sei es, OWL zur „Gute-Pflege-Region“ zu machen und ein Dach zu bilden, unter dem Menschen vertrauensvoll zusammenarbeiten. Bestenfalls könne die Aktion ein „Vorbild für NRW“ werden. 

Prominente Pflegebotschafter

Landtagspräsident André Kuper ist Pflegebotschafter

Vorbildcharakter hat „Gute Pflege OWL“ auch in der Außendarstellung. Namhafte Persönlichkeiten – unter ihnen Bethel-Vorstandschef Pastor Ulrich Pohl, Landtagspräsident André Kuper, Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl sowie der westfälisch-lippische Ärztepräsident Dr. Theodor Windhorst – sollen als Botschafter positive Bilder der Pflege nach außen transportieren. 

Es geht darum, das Image der Pflegeberufe aufzupolieren. Uwe Borchers verweist auf krisensicheres Jobs in einer Wachstumsbranche. Der Geschäftsführer des Zentrums für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL betont, dass die Vergütung für Pfleger in Krankenhäusern bereits heute auf Facharbeiterniveau liege.

Zudem gebe es ganz unterschiedliche Einsatzfelder mit immer komplexeren Tätigkeiten sowie einen Trend hin zur Akademisierung. Borchers ist überzeugt: „Pflege wird für junge Menschen immer attraktiver.“

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