Islamunterricht  in 130 Schulen geplant
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Im nächsten Jahr könnte Islam erstmals in NRW auf dem Stundenplan stehen.
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Dann könne das Land mit den Schulen beginnen, an denen bereits das Fach Islamkunde angeboten werde. Hier unterrichteten etwa 80 Islamkunde-Lehrkräfte. Etwa 60 zusätzliche Lehrer sollen noch in diesem Sommer einen Kurs in Islamkunde abschließen.

Die Einführung des Fachs soll mit dem Schuljahr 2012/13 beginnen. Darauf aufbauend soll dann der Religionsunterricht schrittweise landesweit ausgeweitet werden. „Wir werden nicht sofort Hunderte oder gar Tausende Lehrerstellen benötigen“, betonte Löhrmann in einer vorab verbreiten Pressemitteilung.

„Denn wir können heute noch gar nicht exakt sagen, wie viele der über 320.000 muslimischen Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen tatsächlich am islamischen Religionsunterricht teilnehmen wollen.“ Die Eltern würden gegenüber der Schule erklären, ob ihr Kind kommt.

Die Schulministerin nahm in Münster an einer Tagung zur Zukunft des islamischen Religionsunterrichts in NRW teil. Vor rund drei Monaten hatten der Koordinationsrat der Muslime und das Ministerium eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, das Schulfach einzuführen. Das Land und die Universität Münster wollen das Personal in einer Kooperation ausbilden.

Uni-Rektorin Ursula Nelles betonte: „Es ist notwendig, daran zu arbeiten, dass sich so etwas wie ein europäisches Verständnis des Islams entwickelt.“ Die Hochschule in Münster bietet Nelles zufolge unter anderem dank starker theologischer Fachbereiche gute Bedingungen. Seit 2004 werden muslimische Religionslehrer in Münster ausgebildet. „Wir haben somit einen großen Erfahrungsschatz und ein passendes Umfeld, um die Studierenden optimal auszubilden.“

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