JVA-Abteilung für ältere Gefangene
Bild: Ostermann
In einem Drei-Mann-Zimmer für ältere Gefangene ist Rainer Bleck (59) in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne untergebracht.
Bild: Ostermann

Rainer Bleck ist einer der Männer, die in der neu geschaffenen Abteilung untergebracht sind. „Ich fand das ganz toll, dass hier Haftplätze für ältere Gefangene geschaffen wurden“, sagt der Häftling, der im nächsten Monat 60 wird. „Die Jüngeren haben doch ganz andere Interessen als wir.“ Ein Lächeln huscht dabei über sein Gesicht.

Die Innovation in der europaweit größten Anstalt des offenen Vollzugs ist nicht nur Folge des demographischen Wandels und einer steigenden Straffälligkeit älterer Menschen. „Ältere Gefangene haben ein höheres Bedürfnis nach Ruhe als jüngere Insassen“, erläutert Anstaltsleiter Uwe Nelle-Cornelsen. Zudem sei die Gewaltbereitschaft bei über 60-jährigen Häftlingen geringer ausgeprägt. Sicherheitsaspekte seien daher weniger wichtig.

In der JVA Bielefeld-Senne waren 2011 im Schnitt 1438 Gefangene untergebracht. Nach einem rasanten Anstieg zu Jahresbeginn ist die Haftanstalt bei einer Kapazität von 1676 Haftplätzen jetzt zu fast 100 Prozent ausgelastet. Die Insassen stammen aus mehr als 50 Nationen.

Im vergangenen Jahr gingen durchschnittlich 1410 Gefangene einer Arbeit nach. Sie erwirtschafteten für die JVA ein Lohnaufkommen in Höhe von 10,4 Millionen Euro - 1,5 Millionen Euro mehr als im Jahr 2010.

Was Rainer Bleck an dem neuen Angebot für ältere Gefangene besonders gefällt, und welche Vorteile die neue Abteilung aus Sicht des Anstaltsleiters noch bietet, lesen Sie in der Mittwochsausgabe der „Glocke“.

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