Jugendherbergen bleiben Erfolgsmodell
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Das Deutschen Jugendherbergswerks ist nach eigenen Angaben mit rund 530 Stätten größter Anbieter im Bereich der Jugendunterkünfte.
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Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH), Bernd Dohn, am Freitag in Bielefeld.

Im umkämpften Markt der Kinder- und Jugendreisen hat das DJH mit 10,1 Millionen Übernachtungen in 2013 den Wert aus dem Vorjahr fast wieder erreicht. Die klassischen Herbergen investierten viel Geld in den Imagewandel, sagte Dohn. Die Zahl der Herbergen sank um 11 auf 513. Rückgänge bei den Klassenfahrten (-2,8 Prozent) wurden mit Zuwächsen bei Seminaren (+6,3 Prozent) und Familien (+0,6 Prozent) weitgehend ausgeglichen.

Rückgang bei Klassenfahrten

Klassenfahrten machen mit 38,4 Prozent immer noch den größten Anteil aus, sagte Dohn. Die Entwicklung sei aber negativ. Darum werde man mit der Kultusministerkonferenz über diese Folge der Schulzeitverkürzung (G) sprechen.

Mit einem ganzen Bündel von Themen versucht der Verband, die jungen Leute in die Herbergen zu locken. Dazu zählt seit 25 Jahren die Nachhaltigkeit. Sechs Häuser tragen inzwischen den Titel „CO2-neutrale Jugendherberge“. Dazu kommen Bildungsangebote zum Klimaschutz und Bio-Lebensmittel. Weitere Themen sind Geschichte, die Unesco-Welterbestätten und zahlreiche Angebote vom Segeln bis zum Entspannungskurs.

Im preisgünstigen Segment erfolgreich

Derzeit kostet eine Übernachtung mit Bettwäsche und Frühstück für Jugendliche im Durchschnitt gut 20 Euro, für Erwachsene 25 Euro. „Wir wollen nicht mit Luxushotels konkurrieren“, sagte Dohn. Der Tourismus-Experte der Gesellschaft für Konsumforschung, Herbert Lechner, sieht einen wachsenden Erfolg der Jugendherbergen. „Im Segment der preisgünstigen Jugendreisen sind die Jugendherbergen erstaunlich erfolgreich.“ Und dies vor dem Hintergrund gesunkener Geburtenraten. Es sei gelungen, neue Kundenkreise zu erschließen.

Mehr als Bett und Brötchen

„Modernität mit Tradition“, nennt Dohn den Kurs der Jugendherbergen. „Wir haben ein breites Angebot von der einfachen Gruppenunterkunft in der Burg bis zum Einzelzimmer.“ Besonders stark sei die private Konkurrenz in den großen Städten, sagte Dohn. Vor allem, wenn es um die reine Übernachtung gehe. „Wir haben aber immer gesagt: Wir sind mehr als Bett und Brötchen.“

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