Kanalleiche: 14 Jahre Haft für Angeklagten
Die Staatsanwaltschaft hat im Fall der mitsamt einem Auto im Dortmund-Ems-Kanal versenkten Leiche eine lebenslängliche Haftstrafe für den Angeklagten gefordert.

Der Richter betonte in seiner Urteilsbegründung, Sergej B. sei voll schuldfähig, es habe sich nicht um die Tat eines Psychpathen gehandelt.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor lebenslänglich gefordert. Sie zeigte sich überzeugt, dass Sergej B. das Ziel gehabt hätte, das Opfer Andy A. zu töten. Empathielosigkeit attestierte die Anklage dem mutmaßlichen Mörder. Während des Prozesses habe Sergej B. weder Mitgefühl für das Opfer noch für dessen Hinterbliebene gezeigt. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem besonders schweren Fall des Totschalgs - nicht von Mord. Mildernde Umstände könnten für den Angeklagten nicht geltend gemacht werden.

Die Verteidigung sieht die Sache anders und plädiert auf Freispruch. Die Tat sei dem Angeklagten nicht eindeutig nachzuweisen, obwohl dessen DNA an der tatwaffe gefunden wurde. Laut Verteidiger hatte auch eine andere Person die Tat begangen haben können.

Motiv unbekannt

Warum Sergej B. sein Opfer umbrachte, ist nach wie vor nicht bekannt, da der Angeklagte eisern zu dem Vorfall schweigt. Laut Staatsanwalt Heribert Beck lautet der Vorwurf deswegen auch auf besonders schwerer Totschlag und nicht auf Mord. „Wir wissen schlicht nicht, was die Movtivation des Angeklagten war. Niederer Beweggründe, Voraussetzung für einen Mord, können wir deswegen nicht feststellen oder nachweisen“, sagte er auf Anfrage der „Glocke“.

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