Kiebitze stecken im Zug-Stau
Kiebitze treten zurzeit teils massenweise auf Feldern - etwa im Münsterland - auf. Zum Weiterfliegen ist es ihnen derzeit noch zu kalt.

„Die Kiebitze stecken im Moment buchstäblich im Stau“, erklärt Vogelexperte Kristian Mantel von der Nabu-Naturschutzstation Münsterland das ungewöhnliche Phänomen. „Viele Zugvögel kehren gerade aus ihren Winterquartieren zurück und wagen sich wegen der anhaltenden Kälte nicht weiter“, sagt Mantel weiter.

„So halten sich bei uns im Moment neben Kiebitzen auch noch weitere Arten in ungewohnt großen Anzahlen auf. Goldregenpfeifer, Drosseln, Hausrotschwänze, um nur einige zu nennen, warten auf einen Wetterwechsel.“ Normalerweise hätten sich die Kiebitze längst weiträumig weiter im Norden und Nordosten verteilt, um auf feuchten Wiesen und auf Äckern ihre Reviere zu besetzen.

Gefährdung der Vögel hat Bestand

Das zurzeit massenhafte Vorkommen bei uns täusche dabei über die tatsächliche Gefährdung hinweg, betont Mantel. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft kämen kaum noch erfolgreiche Bruten durch. Die Bestände seien vor allem auch im Münsterland in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen. „Wenn das so weiter geht, werden wir Kiebitze bald nur noch außerhalb der Brutzeit zu Gesicht bekommen“, mahnt Mantel an.

Die charakteristischen Rufe des Kiebitzes könnten, so Mantel, dann im Frühjahr vielleicht nur noch in seltenen Wetterlagen zu hören sein - wenn sie bei uns mal wieder im Stau stecken.

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