Kirchen wollen Flüchtlingen Türen öffnen
5000 syrische Flüchtlinge nimmt Deutschland auf. Das reicht nicht aus, finden Kirchen-Vertreter.

Kirchengemeinden müssen Flüchtlingen nach Ansicht des Münsteraner Weihbischofs Dieter Geerlings buchstäblich ihre Türen öffnen. „Ich sage unseren Kirchengemeinden immer: Bietet nicht genutzten Raum an für Flüchtlinge. Das könnte dazu beitragen, dass sich die Situation entspannt“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz.

Christen sollten aktiv auf Flüchtlinge zugehen und Hilfen im Alltagsleben anbieten, sagte Geerlings. Noch bis zum 11. Oktober ist ein Truck des Internationalen Katholischen Missionswerks Missio zum Thema „Menschen auf der Flucht“ unterwegs im Bistum Münster.

Zuspruch von lippischem Landessuperintendent

„Es genügt nicht, dass das reiche Deutschland 5000 syrische Flüchtlinge aufnimmt, während mehrere Millionen von ihnen in den wesentlich ärmeren Nachbarländern Syriens Schutz suchen und finden“, sagte der lippische Landessuperintendent Martin Dutzmann am Sonntag laut Predigtmanuskript beim Eröffnungsgottesdienst der Interkulturellen Woche für Nordrhein-Westfalen in Bad Salzuflen.

Offenheit entstehe durch „Hören und Sehen, durch Erleben und Diskutieren, durch Nachdenken - und durch Bibellesen“, sagte Dutzmann in seiner vorab verbreiteten Predigt. Wer aufmerksam in der Bibel lese und sich das Gelesene zu Herzen nehme, werde sich den Fremden öffnen. In der Bibel fänden sich neben klaren Geboten auch Geschichten, die von Offenheit erzählten. „Dass der Segen Gottes sich nicht auf einzelne Menschen oder Menschengruppen beschränkt, wissen in Deutschland schon lange viele Menschen und handeln entsprechend.“ Der Segen Gottes gelte allen Menschen.

Woche ist Initiative der christlichen Kirchen

Die bundesweite Interkulturelle Woche ist eine Initiative der christlichen Kirchen, vertreten durch die Katholische Bischofskonferenz, die Evangelische Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Das Motto lautet in diesem Jahr „Rassismus entsteht im Kopf - Offenheit auch“.

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