Kirsch: Rot-Grün schwächt Westfalen-Lippe
Bild: Kemper
Dr. Wolfgang Kirsch wird am Mittwoch (25. Juni) nach acht Jahren im Amt als Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe verabschiedet.
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 Am kommenden Mittwoch wird der 64-Jährige aus dem Spitzenjob verabschiedet und Matthias Löb als neuer LWL-Direktor eingeführt.

Seit geraumer Zeit bemängelt LWL-Direktor Kirsch eine „Benachteiligung Westfalen-Lippes“ durch das Land. Landesregierung und SPD-Landtagsfraktion weisen den Vorwurf allerdings zurück und reagieren zunehmend gereizt auf entsprechende Äußerungen. Dennoch sieht Kirsch Gefahr in Verzug: So wolle Rot-Grün den Regionalverband Ruhr stärken, indem dieser einen direkt gewählten parlamentarischen Unterbau und weitreichende Kompetenzen im Bereich Planungsrecht erhält. „Das ist nicht gerechtfertigt und nicht nötig“, betont der scheidende LWL-Direktor. Bei der faktischen Dreiteilung des Landes würde Westfalen-Lippe gegenüber dem Rheinland und dem Ruhrgebiet ins Hintertreffen geraten, ist sich Kirsch sicher. Nach der Sommerpause will sich die Landesregierung mit dem Gesetzentwurf beschäftigen.

Nach seinem Abschied als LWL-Direktor wird Kirsch übrigens nicht komplett in den Ruhestand wechseln. Bereits zum 1. Juli fängt der 64-Jährige als einer von zwei Geschäftsführern beim Verband kommunaler Aktionäre des Energiekonzerns RWE an. Seite an Seite mit Wolfgang Schäfer, seinem Vorgänger im Amt beim LWL, will Kirsch die Interessen der kommunalen Anteilseigner, die noch 24 Prozent der RWE-Aktien halten, wahren. An zwei Tagen in der Woche ist er dafür in Essen tätig.

Vor seiner Verabschiedung als LWL-Direktor sprach „Die Glocke“ mit Dr. Kirsch über Lust und Last der Arbeit beim Landschaftsverband und über seinen Wechsel in den Teilzeit-Ruhestand (ausführliche Berichterstattung in der Samstagausgabe der „Glocke“).

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