Klage um Pferde-Sperma abgewiesen
Aussage gegen Aussage: Im Prozess um tiefgekühltes Pferde-Sperma hat das Landgericht Detmold die Klage eines Züchters gegen einen Tierarzt abgewiesen.

Der Züchter hatte die Herausgabe des Spermas oder aber 60.000 Euro Schadenersatz gefordert. Der Züchter aus Ebermannstadt hatte das Tiefkühlsperma des Holsteiners gekauft und 1997 den Tierarzt beauftragt. Zwei Stuten wurden noch 1997 besamt, davon eine erfolgreich.

Heute behauptet der Züchter, es seien noch 20 Röhrchen mit dem teuren Saft übrig gewesen. Der Tierarzt hingegen erklärte, bei der Besamung seien sämtliche Röhrchen verbraucht worden. Außerdem sei eines nicht 3000 Euro wert.

Am Montag hatte das Gericht abschließend die Frau des Züchters als Zeugin gehört. Dabei ging es um die grundsätzliche Frage, ob die Verjährungsfrist durch ein Telefonat von 1999 unterbrochen worden sei. Aber auch hier stand am Ende Aussage gegen Aussage. Die Urteilsbegründung wird in den nächsten drei Wochen erwartet. Danach könnte der Züchter Berufung beim Oberlandesgericht Hamm einlegen.

Carthago hat in der Pferdezüchter-Szene einen guten Namen. Das Tier steht nach Angaben des Gerichtes mit an der Spitze der Springpferdevererber in Deutschland, zweimal war der Hengst Olympiateilnehmer. Wie viel das Tiefgefrier-Sperma wert wäre, blieb am Montag ungeklärt. Carthago gehört dem Verband der Züchter des Holsteiner Pferdes in Elmshorn. Verbandsgeschäftsführer Norbert Boley zufolge wären 3000 Euro pro Röhrchen ein „Liebhaberpreis". Allerdings sei der Samen dieses Hengstes ein knappes Gut. Carthago ist nämlich seit Jahren unfruchtbar.

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