Klebeanhänger ist Koffer-Ausweis
Bild: Scharnowski
Reisenden empfehlen Alannah Jägermann und Robinson Periaswamy von der Gepäckermittlung am Dortmunder Flughafen, Koffer etwa mit einem Aufkleber zu kennzeichnen. So können sie einfacher ermittelt werden, sollten sie verloren gehen.
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 „Die Leute treten völlig unterschiedlich auf“, sagt der stellvertretende Schichtleiter der Gepäckermittlung, „die Einen sind wütend, werfen mir ihre Bordkarte hin und brüllen herum, andere sind den Tränen nahe.“ Wie auch immer die Reaktionen der Fluggäste aussehen, eines haben sie gemein: Sie fühlen sich hilflos. „Und mit diesem Gedanken im Hinterkopf begegne ich den Menschen“, erklärt Periaswamy. Dass die Erfolgsquote im Passagiere-Beruhigen des freundlichen Mannes hinter dem Schalter im Untergeschoss des Dortmunder Flughafens hoch ist, kann man sich gut vorstellen.

Bei der Maschine, die an diesem Vormittag auf der Ruhrgebiets-Rollbahn gelandet ist, ist sein Einsatz nicht gefragt. Schon nach wenigen Minuten kreist das schwarze Band ohne Gepäck.

Doch woher stammen die zehn Koffer und der Kinderwagen, die neben dem Schalter stehen? „Heute Morgen wurde ein Flug nach Düsseldorf umgeleitet“, erklärt Periaswamy. Die Leute wollten nicht auf den Weiterflug nach Dortmund und ihr Gepäck warten und sind von der Landeshauptstadt aus nach Hause gefahren. Die Koffer werden entweder abgeholt oder den Passagieren mit einem Taxi gebracht.

Vertragspartner ist die Fluggesellschaft

Für die Details und den Transport ist die Fluggesellschaft zuständig, nicht Periaswamys Team. Das ist eher ein Verwalter der mehr oder weniger herrenlosen Taschen, Kinderwagen und Koffer. Vertragspartner der Fluggäste ist die Airline. Hat das Gepäckstück beim Check-in den Klebeanhänger erhalten, besteht der Vertrag. Beleg dafür ist der Abschnitt, den der Airline-Mitarbeiter beim Einchecken auf die Bordkarte geklebt hat.

Was passiert, wenn ein Koffer bei einer Flugreise verloren geht, wer sich um harmlose verwaiste Koffer kümmert, und, wie es überhaupt zu einem Kofferverlust kommen kann, lesen Sie in der Samstagsausgabe der „Glocke“.

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