Klimaschutz erfordert kulturellen Wandel
Bild: Evers

Ursachen und Folgen des Klimawandels veranschaulichte Wetterexperte Frank Böttcher beim Innovationsforum in Münster.

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Ein Grund für das schleppende Fortkommen: „Der Klimawandel ist abstrakt, er ist weder schmeck- noch spürbar“, erklärte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) gestern zum Auftakt einer Fachtagung in Münster.

120 Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft tauschten sich zu den Themen Energiewende und Klimaschutz aus. Die Regionalförderung Münsterland e.V. hatte zu dem Innovationsforum eingeladen.

Nordrhein-Westfalen ist nach Angaben der Ministerin einer der großen CO2-Verbraucher in Deutschland: Gut 30 Prozent des gesamten deutschen Aufkommens an dem Treibhausgas entstehen an Rhein und Ruhr. Um den Wert zu senken, sei mehr notwendig als nur technologischer Fortschritt und Investitionen: „Wir brauchen einen kulturellen Wandel“, sagte Schulze. Neue, klimafreundliche Technologien seien erst dann wirklich erfolgreich, wenn sie bei den Menschen ankämen.

Laut der Wissenschaftsministerin bietet die Klimaforschung wirtschaftliche Chancen. 2000 Wissenschaftler arbeiteten in NRW direkt oder indirekt am Klimaschutz. Alleine in Münster gebe es mehrere Projekte zum Thema, beispielsweise das Batterieforschungszentrum Meet der Universität. Hier forscht ein Team aus 150 Wissenschaftlern in der Forschung und Entwicklung von Energiespeichern.

Frank Böttcher, Leiter des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation Hamburg, gab gestern einen Überblick über den Stand der Klimaforschung. Nach Auskunft des Wetterexperten ist der Einfluss des Menschen auf die Erderwärmung bewiesen. Im 20. Jahrhundert sei die Durchschnittstemperatur um 0,8 Grad Celsius angestiegen. 50 Prozent des Anstiegs würden auf natürlicher Erderwärmung beruhen, der Rest gehe auf das Konto der Menschheit.

Böttcher machte anhand von Grafiken deutlich, dass die Durchschnittstemperatur auf der Erde niemals konstant gewesen ist. Auf länger anhaltende Kaltzeiten folgten immer auch Warmzeiten. Der Temperaturanstieg der vergangenen Jahrzehnte schere jedoch deutlich aus den natürlichen Zyklen aus. Zudem sei der Zusammenhang der Erderwärmung mit der Konzentration von CO2 in der Atmosphäre laut Böttcher bewiesen. Der Anteil des Treibhausgases sei heute so hoch wie seit 1,2 Millionen Jahren nicht mehr.

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