Konzerte mit alten Lebensmitteln
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Gemüse im Supermarkt.
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„Ich habe gelesen, dass eine britische Supermarktkette 40 Prozent der Frischware abends wegwirft, weil sie denken, dass es nicht mehr hübsch genug aussieht.“ Schätzungen von Umweltaktivisten für Deutschland gingen von ähnlichen Größenordnungen aus. „Ich fand das pervers und dachte: Das muss man thematisieren.“ Jeron hat mit Internetkunst auf der Documenta in Kassel ausgestellt. In Münster war er beim Kulturfestival „Freie Gartenakademie 2011“ zu Gast. Dort bestand sein Orchester aus 36 angedetschten Äpfeln und einem halben Dutzend nicht ganz frischen Kartoffeln. Sie waren verbunden durch verlötete Kabel und eine irrlichternd gelb blinkende Konstruktion.

Ein Apfel liefert neun Volt

Die Fruchtsäure in den Äpfeln greift das angebrachte Metall an, das liefert Batterieenergie. Das Ergebnis ist schwer planbar. „Eben habe ich einen der Äpfel gemessen, er hatte neun Volt.“ Das könne sich aber immer mal ändern. Die Musik, die das Zusammenspiel mit Transistor und Kondensator ergibt, hört sich nach einem Mix von Ur-Techno, einem Geigerzähler und dem Summen eines Waffenkontrollgeräts an. Je tiefer man mit einer Nadel in die Kartoffel sticht, desto tiefer wird der Ton. „Der Zufall spielt natürlich eine Rolle, aber es darf nicht beliebig sein.“ Der Konzeptkünstler hat sein Atelier in Berlin, ist aber zurzeit Stipendiat des Künstlerdorfes Schöppingen im Münsterland.

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