Kreativwirtschaft will stärkere Vernetzung
Bild: Behler
Mit den Ergebnissen ihrer Umfrage haben die heimischen Industrie- und Handelskammern (IHK) die Kreativen der Region im Visier: (v. l.) Marco Rieso (Referatsleiter Handel und Dienstleistung IHK Ostwestfalen), Christina Flöter (Projektleiterin IHK Lippe), Axel Martens (Hauptgeschäftsführer IHK Lippe), Antje Nöhren (Leiterin OWL Kulturbüro), Herbert Weber (Geschäftsführer OWL GmbH) und Thomas Niehoff (Hauptgeschäftsführer IHK Ostwestfalen).
Bild: Behler

Daher haben die Industrie- und Handelskammern (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld und Lippe zu Detmold gemeinsam mit dem Kulturbüro der Ostwestfalen-Lippe GmbH beim Zentrum für Kulturforschung (Berlin) eine Umfrage in Auftrag gegeben. Denn bisher lagen keine regionalisierten Statistiken vor, die ein Bild der hiesigen Kreativbranche liefern.

Die Teilnehmer der Umfrage – vom umsatzstarken Unternehmen bis zum kunstschaffenden Kleinverdiener – stammen etwa aus der Musik- und Filmwirtschaft, vom Kunst- und Buchmarkt oder den Bereichen Design und Architektur. „Ziel war es, Erkenntnisse über die Einschätzung des Wirtschaftsstandortes OWL zu gewinnen, über die Geschäftslage, Pläne und Herausforderungen der nächsten Jahre“, sagte Thomas Niehoff, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwestfalen, gestern bei der Vorstellung der Ergebnisse in Bielefeld.

Ein Resultat der Umfrage ist der klare Drang des Kreativsektors nach einer stärkeren Vernetzung mit Wirtschaftsunternehmen aus anderen Branchen. Ebenfalls deutlich wurde der Wunsch nach Weiterbildungsangeboten speziell auf den Feldern Marketing und Vertrieb sowie Öffentlichkeitsarbeit. Ein wichtiger Faktor für die Standortzufriedenheit ist der Umfrage zufolge zudem die Breitbandversorgung: satte 91 Prozent halten diese für (sehr) wichtig – aber immerhin 41 Prozent sind mit der Versorgung weniger oder gar nicht zufrieden. Zu denken gibt auch die Tatsache, dass Unzufriedenheit etwa mit Bürokratie und Fachkräftemangel dazu führt, dass 41 Prozent der Befragten nur ausreichend, 15 Prozent gar unzufrieden mit ihrer Geschäftslage sind.

Dass die Umfrage nicht repräsentativ ist, räumen die Auftraggeber ein: auf 12.000 Anfragen gab es nur 661 Rückmeldungen. Dennoch wollen die IHKs an Kritikpunkten ansetzen, Wünsche aufgreifen. Denn, so Niehoff, OWLs Kultur- und Kreativwirtschaft ist „ein Motor für Innovation und Schaffenskraft, die auch andere Wirtschaftszweige beflügelt“.

SOCIAL BOOKMARKS