Kritik an JVA Bochum wird lauter
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Bereits zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit ist ein Häftling aus der JVA Bochum ausgebrochen. Externe Experten untersuchen sie nun auf Schwachstellen hin.
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Schon am Freitagabend nahm ihn die Polizei in Essen wieder fest. Er ist in diesem Jahr bereits der dritte Häftling aus der JVA Bochum, der seinen Aufsehern vorübergehend entkommen konnte.

Der mehrfach wegen Körperverletzungs- und Vermögensdelikten vorbestrafte Mann aus Essen wäre Mitte März entlassen worden. Wegen Sachbeschädigung verbüßt er eine dreimonatige Freiheitsstrafe in der JVA Bochum im offenen Vollzug. Weil er sich am Kopf verletzt hatte, wurde er am Freitagmorgen in eine Essener Klinik gebracht. Von dort startete er seine Flucht.

NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) wurde am Samstag von den Oppositionsparteien heftig kritisiert. Der stellvertretende CDU-Landtagsfraktionschef Peter Biesenbach verlangte einen Bericht der Landesregierung, „warum Minister Kutschaty die JVA Bochum nicht in den Griff bekommt“. Da er nach den letzten Ausbrüchen das Thema zur Chefsache gemacht habe, müsse er sich fragen lassen, ob er seiner Aufgabe gewachsen sei, hielt Biesenbach dem Minister vor.

Ursachen für Fluchtwillen untersuchen

 Robert Orth, rechtspolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, sagte: „Die Bevölkerung hat Anspruch darauf, dass das bestmögliche unternommen wird, um Ausbrüche zu verhindern.“ Es müssten auch die Ursachen für den Fluchtwillen der Häftlinge untersucht werden.

Erst im Januar waren zwei Bochumer Häftlinge ausgebrochen. Einer von ihnen kam nur bis auf den Dachboden, der zweite wurde erst fünf Tage nach der Flucht gefasst. Der Mann hatte zur Flucht einen Arbeitseinsatz außerhalb des gesicherten Haftbereichs genutzt. Dort hatte er eine Alu-Leiste von einem Oberlicht lösen und das Fenster aus Panzerglas aus dem Rahmen hebeln können. Der Häftling deckte damit gleichzeitig eine gravierende Sicherheitslücke auf: In 15 Gefängnissen in Nordrhein-Westfalens sind die gepanzerten Oberlichter bis vor kurzem mit einfachen Mitteln ausbaubar gewesen.

Zur Zeit untersucht ein externes Expertenteam unter Beteiligung des Ministeriums die JVA Bochum auf Schwachstellen. Die Untersuchung werde auch den jüngsten Fall einschließen, so ein Ministeriumssprecher.

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