Kündigung wegen Büro-Romans bleibt ungültig
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Über den Alltag im Büro hat Jürgen Bücker ein Buch verfasst. Anschließend erhielt er die Kündigung - zu Unrecht, wie das Landgericht Hamm am Freitag urteilte. 
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Die Arbeitgeberin einer Möbelfirma wollte Jürgen Bücker wegen Störung des Betriebsfriedens rauswerfen, weil einige negativ beschriebene Personen seines Romans als die wirklichen Kollegen zu identifizieren seien. Doch schon in erster und jetzt in zweiter Instanz sahen die Richter die angebliche Übereinstimmung wirklicher und erfundener Personen keineswegs als so eindeutig an. Der Romanschreiber könne sich auf die im Grundgesetz garantierte Freiheit der Kunst berufen.

„Angestellte fühlten sich persönlich angegriffen“

In dem Roman „Wer die Hölle fürchtet, kennt das Büro nicht“ wird dem Arbeitnehmer „Hannes“ unterstellt, Rauschgift zu konsumieren. Über Kollegin „Fatma“ heißt es: „Leider steht ihr Intellekt genau diametral zu ihrer Körbchengröße.“ All diese Romanfiguren seien als tatsächliche Mitarbeiter des betroffenen Betriebs zu identifizieren, glaubt die Chefin. Einige Angestellte hätten sich persönlich angegriffen gefühlt, eine Mitarbeiterin habe sich sogar in ärztliche Behandlung begeben müssen. Aus diesem Grund sei der Autor Bücker - nach Zustimmung des Betriebsrats - entlassen worden.

Das Arbeitsgericht Herford hatte der Klage Bückers in einem Urteil vom 18. Februar 2010 Recht gegeben, die Arbeitgeberin legte daraufhin Berufung ein.

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