Künftiger Flughafen-Chef sieht Potenzial
Bild: Bothe
Willkommen geheißen hat PAD-Aufsichtsratschef Reinhold Stücke (l.) gestern den neuen Geschäftsführer Dr. Marc Cezanne. Dieser tritt seinen Posten allerdings erst im November an.
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Der 46-Jährige sieht zum Beispiel „Verbindungen, die noch nicht bedient werden“. Welche, sagte er zwar nicht. Es werde aber eine seiner Aufgaben nach Dienstantritt am 1. November sein, „mit den Fluggesellschaften zusammen zu überlegen, welche Anbindungen sinnvoll sind“. Für Direktflüge nach Berlin etwa gebe es spätestens dann Bedarf, wenn sich der neue Hauptstadtflughafen als Drehkreuz etabliert habe.

Seiner Aufgabe sieht sich Cezanne vor dem Hintergrund seiner beruflichen Laufbahn gewachsen. Seit seiner Ausbildung zum Luftverkehrskaufmann bei der Lufthansa ab 1987 hat er in verschiedenen Funktionen für die Kranich-Linie gearbeitet. Unter anderem kennt er sich aus in Bereichen wie Check-In, Liniennetzplanung, Flugsicherung und Bodenabläufe. Seit Anfang 2012 ist Cezanne im Bereich Erlösoptimierung bei Air Berlin in der Hauptstadt tätig. „Ich weiß, wie Fluggesellschaften entscheiden und Fluglinien entwickelt werden“, sagt der promovierte Betriebswirt daher selbstbewusst.

Ausgewählt unter 60 Bewerbern

Diese Kenntnisse hätten auch die Entscheider am PAD überzeugt, hob Aufsichtsratsvorsitzender Reinhold Stücke hervor: „Wir brauchen jemanden, der strategisch denkt und den Markt beobachtet, um dem Flughafen eine Zukunft zu geben.“ Aufsichtsrat wie Gesellschafterversammlung waren letztlich einstimmig der Ansicht, mit Cezanne den richtigen der 60 Bewerber ausgewählt zu haben.

Ein weiterer Grund für Cezanne, optimistisch zu sein: Die Nachbarn Dortmund und Kassel-Calden müssen damit rechnen, in Zukunft weniger Unterstützung aus öffentlichen Kassen zu bekommen. Denn die EU will solche Subventionen stark einschränken – was es den betroffenen Flughäfen erheblich erschweren würde, Fluglinien mit Lockangeboten zu ködern. Den fairen Wettbewerb scheut Cezanne nicht: „Die Konkurrenz ist nicht das Problem – man muss nur besser sein.“

PAD ist „klein, ansprechend und freundlich“

Ein Bild von seiner neuen Arbeitsstätte konnte sich der Hobby-Läufer bislang nur bei drei, vier Kurzbesuchen machen. „Überschaubar klein, ansprechend und freundlich“ sei der PAD, sagt er. Auf den ersten Blick sei ihm nichts aufgefallen, was dringend geändert werden müsste.

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