Kunst und Handwerk in Verbindung
Bild: Bornhorst
An der Nähmaschine kommt es auf Präzision an: In der Schneiderwerkstatt der Fachhochschule Bielefeld arbeitet die 25-Jährige Modedesign-Studentin Katja Skoppek an der Umsetzung ihrer Entwürfe. Jetzt ist sie mit dem NRW-Staatspreis ausgezeichnet worden.
Bild: Bornhorst

In ihrer Kunst-Installation „Die schönste Gewohnheit im Leben“ hinterfragt die 25-Jährige das Gefühl des Ankleidens. So eindrucksvoll, dass das Land NRW sie mit dem Staatspreis Manufactum 2015 ausgezeichnet hat, dotiert mit 10 000 Euro.

„Ich möchte den Prozess des Bekleidens erfahrbar machen“, sagt Skoppek. Darum geht es in ihrer Installation, die aus zwei von der Decke hängenden Stoffwänden besteht. In die unmittelbar nebeneinander hängenden Bahnen ist jeweils eine Mantelhälfte eingearbeitet. Das klassisch geschnittene Kleidungsstück ist mit Innenfutter, Taschen und Revers voll ausgestattet, aber eben nicht auf der Straße tragbar, sondern fest als künstlerisches Objekt installiert.

Der Besucher schlüpft durch die Stoffwände in den Mantel hinein, dadurch soll ihm das Gefühl des Bekleidens bewusst werden. „Wenn man den Mantel trägt, ist man allein mit dem Material, ohne Blicke von außen oder dem Selbstbild im Spiegel“, erklärt die Studentin der Fachhochschule Bielefeld. Sie will den alltäglichen Akt des Anziehens auf eine künstlerische Ebene bringen – und ihm somit mehr Wertschätzung verleihen.

Mit dem NRW-Staatspreis Manufactum, der ihr von Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) in Köln überreicht wurde, erntet sie jetzt die Früchte ihres Schaffens. Die Landesausstellung des Staatspreises für das Kunsthandwerk in NRW ist bis zum 11. Oktober im Museum für Angewandte Kunst in Köln zu sehen.

Hintergründe zu dem Preis, Reaktionen der Preisträgerin, ihre weiteren Pläne und die Begründung des Vergabekomitees lesen Sie in der Dienstagsausgabe der „Glocke“.

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