LWL hat ein Vandalismusproblem
Bild: Gog
Von Stahlseilen und massiven Ösenanker hat sich LWL-Liegenschaftexpertin Heike Volz mehr Sicherheit für Wanderer auf dem Westfalenwanderweg in Dortmund-Hohensyburg versprochen. Die wenige Monate alte Anlage wurde mutwillig beschädigt. Zuvor hatten Rowdys bereits das alte Holzgeländer abgefackelt und nur einen verkohlten Baumstamm übrig gelassen.
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Der verantwortliche Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat damit dem felsigen Weg sein Gefahrenpotenzial genommen. Jetzt wurden die Sicherungsmaßnahmen zerstört – wieder einmal. Der LWL ist Eigentümer eines 20 Hektar großen Areals rings

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Dortmund

um das weithin sichtbare Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Dortmund. Dazu gehören auch mit Eichen bewachsene Flächen des Naturschutzgebietes „Ruhrsteilhänge Hohensyburg“ einschließlich des 1,5 Kilometer langen Teilstücks des Westfalenwanderwegs. 

Mit roher Gewalt Ösen aus Fels gehebelt

Reichlich zerknirscht stellte Heike Volz vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb des LWL in Münster am Donnerstag diesen Pfad als schlimmes Beispiel für Vandalismus im öffentlichen Raum vor. Nachdem Rowdys die vor nicht einmal drei Jahren installierten neuen Holzhandläufe am Westfalenwanderweg mutwillig zerstört hatten, beauftragte Volz in diesem Frühjahr eine Spezialfirma für Felssicherungsanlagen aus dem Sauerland mit einem robusten Neubau des Geländers. Das Unternehmen bohrte 60 Zentimeter tiefe Löcher in den Fels und verankerte darin die stählernen Ösenanker für die Handläufe aus massiven Stahlseilen. „Das sollte eigentlich für die Ewigkeit halten“, war Volz vom langfristigen Erfolg der mehr als 25.000 Euro teuren Maßnahme überzeugt. Doch weit gefehlt. Schon im Sommer wurden bei einem Kontrollgang erneut Schäden an der Geländerkonstruktion bemerkt. Zerstörungswütige hatten mit roher Gewalt Ösenanker samt Betonfuß aus dem Fels gehebelt.

Inzwischen sei die Sicherheit für Wanderer an manchen steilen Abschnitten des Westfalenwanderweges unterhalb des Kaiser-Wilhelm-Denkmals nicht mehr gegeben, erklärte Volz. Die Liegenschaftsexpertin des LWL hat sich bereits mit den Felssicherern aus dem Sauerland in Verbindung gesetzt. Sie werden die Bohrlöcher für die Ösenanker noch einmal deutlich vertiefen und mit zusätzlichem Beton füllen. Allein diese Arbeiten dürften mit weiteren 8000 Euro zu Buche schlagen, rechnet Volz: „Ärgerliches Geld für den Steuerzahler.“ Nach jedem neuen Fall von Vandalismus am Westfalenwanderweg hat der LWL Anzeige erstattet. Bislang ohne Erfolg.

Westfalenweg lockt Fernwanderer

Der insgesamt 216 Kilometer lange Westfalenwanderweg führt von Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis) im Westen bis nach Altenbeken (Kreis Paderborn) im Osten. Der beliebte Fernwanderweg berührt insgesamt 19 Städte und Gemeinden in der Region Westfalen und führt unter anderem am Hengsteysee unterhalb der Hohensyburg in Dortmund und am Möhnesee im Kreis Soest vorbei. Bei Altenbeken im Eggegebirge mündet er in den Europäischen Fernwanderweg E1. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Dortmund-Hohensyburg gilt seit jeher als „kleiner Bruder“ des gleichnamigen und weitaus bekannteren Denkmals in Porta Westfalica (Kreis Minden-Lübbecke). Schon bei der Suche nach dem besten Standort für ein zentrales Kaiser-Wilhelm-Denkmal der Provinz Westfalen war Hohensyburg 1889 gegen Porta Westfalica unterlegen. Dass man den Wilhelm auf einem Pferd sitzend nun auch vor einem 34 Meter hohen Turm oberhalb der Ruhr in Dortmund betrachten kann, ist der Initiative und den Fördergeldern einiger Industrieller zu verdanken Sie ermöglichten zwischen 1893 und 1902 den Bau des Denkmals Hohensyburg

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