LWL stärkt „Kultur-Perlen“ in der Region
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Im Kloster Dalheim in Lichtenau (Kreis Paderborn) eröffnet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Mai die Ausstellung „Verschwörungstheorie“.
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Aber nicht nur etablierte Museen, auch kleine „Perlen“ in der Region sollen laut Barbara Rüschoff-Parzinger künftig einen kulturellen Standard haben, der dem hohen Besucher-Anspruch gerecht wird. Als Beispiel nannte die LWL-Kulturdezernentin gestern in Münster die Abtei Liesborn. „Man könnte den Ort entwickeln. Das Liesborner Evangeliar allein reicht nicht, wir wollen schauen, welche Qualität die Einrichtung noch hat.“ Auch das Heinrich Neuy Bauhaus Museum in Steinfurt soll wie das Preußen-Museum in Minden innovativer und zukunftsfähiger werden, meinte die Expertin.

„Nicht nur große Museen sollen eine Chance bekommen“

„Es ist wichtig, den ländlichen Raum zu stärken“, sagte Rüschoff-Parzinger. Es sollte nicht nur ein Leuchtturmprojekt vor Ort geben. „Ich werde Konzepte einbringen zu der Frage, wie man vor Ort Unterstützung geben, was man in die Hand nehmen muss. Nicht nur große Museen sollen eine Chance bekommen.“

Barbara Rüschoff-Parzinger

Darüber hinaus will sie sich weiterhin für den Denkmalschutz einsetzen. Stolz ist Rüschoff-Parzinger deshalb auch über die Sonderausstellung „Verschwörungstheorien – früher und heute“, die am 17. Mai im Kloster Dalheim in Anwesenheit von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet wird. „Wir haben dort auch mittlerweile mehr als 100.000 Besucher – das ist bemerkenswert“, betonte sie. Grundsätzlich stiegen die Besucherzahlen in den LWL-Häusern. „Die Menschen wollen die besondere Ausstellung, sie sind sehr anspruchsvoll.“

89 Millionen Euro für die Kultur

Für die Kultur stehen dem LWL in diesem Jahr 89 Millionen Euro zur Verfügung. Geld fließt etwa in „Alles nur geklaut“ (ab 23. März), eine Schau im Dortmunder Industriemuseum zu den abenteuerlichen Wegen des Wissens durch die Jahrhunderte. Sie stellt Erfinder, Spione und Whistleblower vor. Das Freilichtmuseum Detmold ruft das Themenjahr „Herzensdinge“ (ab 2. April) aus, in dem Interessierte auch ihre eigene Liebesgeschichte reflektieren können. Das münstersche Kunstmuseum stellt neben William Turner sein Skulptur-Projekte-Archiv (ab 28. November) vor.

„Unsere Kultur muss sichtbarer werden. Es ist erschreckend, dass man den Landesteil ,Westfalen’ nicht wahrnimmt“, betonte Kulturdezernentin Barbara Rüschoff-Parzinger in Münster. 18 Landesmuseum gebe es in Westfalen-Lippe. „Das sind aber nicht 18 Heimatvereine, wie mancher glaubt“, schimpfte sie. Um seine kulturellen Errungenschaften besser nach außen hin darstellen zu können, hat der LWL nun in Form eines „Goldenen Buches“ eine Sammlung seiner wichtigsten Museen und Projekte zusammengestellt. „Wir wollen Reputation schaffen, in einer bestimmten Liga ankommen“, gab sich die Fachfrau kämpferisch.

„Goldenes Buch“ soll beim Einwerben von Drittmitteln helfen

 In den vergangenen zehn Jahren habe der LWL 66,1 Millionen Euro an Drittmitteln akquirieren können, 44,5 Millionen Euro von der öffentlichen Hand, 21,6 Millionen Euro von privaten Geldgebern. „Drittmittel sind sehr wichtig“, betonte die Dezernentin. Und das Buch, von dem nur etwa 1000 Exemplare produziert wurden und das nicht in den Handel kommt, soll dabei helfen, sie einzuwerben. Es hat 158.000 Euro gekostet und bereits den German Design Award bekommen.

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