Landesgartenschau in Bad Lippspringe
Der Bürgermeister von Bad Lippspringe, Andreas Bee (r) überreicht dem nordrhein-westfälischen Umweltminister Johannes Remmel eine Flasche staatliches Heilwasser aus seinem Ort. 

Erstmals in der Geschichte des Wettbewerbs gab es fünf Konkurrenten. Bad Lippspringe setzte sich gegen Ahlen, Vreden (Kreis Borken), Warendorf und die Städtegemeinschaft Soest/Bad Sassendorf/Möhnesee durch. In Nordrhein-Westfalen gibt es seit 1984 Gartenschauen. Die nächste ist 2014 in Zülpich (Kreis Euskirchen).

Walter: „Dürfen Ziele nicht aus den Augen verlieren“

In einer ersten Reaktion auf die Nachricht aus Düsseldorf sagte Warendorfs Bürgermeister Jochen Walter: „Ich bin sehr enttäuscht bei allem, was wir mit der Bewerbung verbunden hatten. Die an einer LGS geknüpften Ziele hinsichtlich der Stadtentwicklung dürfen wir jetzt aber nicht aus den Augen verlieren.“

Die enge Verzahnung des Ausstellungsgeländes und das Alleinstellungsmerkmal „Pferd“ seien von der Bewertungskommission positiv bewertet worden, betonte Warendorfs Bürgermeister in einer ersten Reaktion. Warum Bad Lippspringe den Vorzug vor Warendorf und den anderen Bewerbern erhalten habe, könne er noch nicht sagen, so Walter. Er hoffe allerdings, dass der Zusammenschluss innerhalb der Bürgerschaft, der sich im Laufe des Bewerbungsverfahrens entwickelt habe, dauerhaft erhalten bleibe.

„Ahlener zogen an einem Strang“

Auch Ahlens Bürgermeister Benedikt Ruhmöller zeigte sich in einer ersten Stellungnahme enttäuscht über das Ergebnis, beschwor aber umso engagierter den durch die Bewerbung gewachsenen Zusammenhalt der Ahlener. In seltener Harmonie und über alle Parteigrenzen hinweg hatten fast alle Ahlener an einem Strang gezogen. Die wohl eindruckvollste Demonstration der Geschlossenheit war der Schulterschluss der Bevölkerung bei Bereisung der Bewertungskommission am 4. Mai. An diesem Tag gingen mehr als 8000 Ahlener auf die Straße und rührten mit einer Vielzahl von Aktionen kräftig die Werbetrommel für den Standort Ahlen. 

Bad Lippspringe kann aus Schattendasein hervortreten

Bad Lippspringe habe mit seinem Konzept „Wald-Gesundheit-Wasser“ überzeugt, sagte Remmel. Für den vollständig von der Gesundheitswirtschaft abhängigen Kurort sei die Landesgartenschau eine einmalige Chance für Umstrukturierungen. „Wenn man die Zukunft gewinnen will, darf man nicht im Stil der 70er und 80er Jahre verharren“, mahnte der Minister.

Landesgartenschauen gibt es in NRW seit 1984:

- die erste Gartenschau fand in Hamm statt

- in unregelmäßigen Abständen haben seitdem 14 weitere Städte Landesgartenschauen ausgerichtet

- die Besucherzahlen variierten dabei zwischen 400.000 und 2,2 Millionen

- für die nächste Gartenschau 2014 hat Zülpich im Kreis Euskirchen den Zuschlag erhalten

Bad Lippspringe habe es verdient, aber auch nötig, aus seinem Schattendasein herauszutreten, sagte Bürgermeister Andreas Bee. Mit einem Budget von 8,5 Millionen Euro - davon kommen fünf Millionen vom Umweltministerium - will die Stadt nun den Wandel anstoßen, für den in den vergangenen Jahren das Geld fehlte.

Kurorte haben gelitten

„Die Kurorte haben durch die Gesundheitsreform gelitten“, sagte Bee. „Wir haben nicht die Hände in den Schoß gelegt, aber wir sind gerannt wie der Hamster im Laufrad.“ Das Bild vom Hamster wollte der Umweltminister nicht stehenlassen. „Bad Lippspringe ist das Dornröschen und die Landesgartenschau küsst es wach.“

Nun will das staatlich anerkannte Heilbad vor allem mit seinem stadtnahen Wald und der „Marke Teutoburger Wald“ wuchern. Geplant ist unter anderem ein barrierefreier Kurwald zugunsten älterer und behinderter Besucher. Neue Gesundheits- und Bewegungsgärten sollen in die Landesgartenschau einbezogen werden. Mit dem Thema Genesung im Grünen wollen die Planer aber nicht nur ältere, sondern auch gestresste Ruhesuchende jüngerer Generationen ansprechen. Der Kurort erwartet rund 400 000 Besucher zur Gartenschau.

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