Landessynode stellt Weichen für Zukunft
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Um Flüchtlinge in NRW will sich die Leitung der Evamgelische Kirche in Westfalen in Zukunft verstärkt kümmern.
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Ein Überbick über die wichtigsten Beschlüsse der Landessynode aus den vergangenen fünf Tagen: 

Die Kirchenleitung unterstützt die Einrichtung weiterer Kliniken für den Maßregelvollzug in Nordrhein-Westfalen. Drei der fünf geplanten Einrichtungen entstehen im Gebiet der Landeskirche (Haltern am See, Lünen, Hörstel-Hopsten). „Die Landessynode nimmt die Ängste der Bevölkerung ernst“, heißt es in der Beschlussvorlage. Zum Konzept „Sicherheit durch Therapie“ gebe es jedoch keine Alternative. Zur Verantwortung der Kirche gehöre neben der Begleitung von Opfern auch die Unterstützung von straffällig gewordenen psychisch Kranken auf der Suche nach neuen Lebensperspektiven.

Mit einer 80-seitigen Hauptvorlage will die Synode eine Diskussion zum Thema „Familie heute“ in Gang bringen. „Die Bibel gibt uns kein festes Familienbild vor“, sagt Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Neben dem klassischen Familienbild „Vater, Mutter, Kind“ müssten Alleinlebende, Patchworkfamilien und gleichgeschlechtliche Paare bei den Angeboten der Kirche vor Ort stärker berücksichtigt werden.

Die Evangelische Kirche von Westfalen ist mit fast 2,5 Millionen Mitgliedern die viertgrößte Landeskirche unter dem Dach der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sie umfasst das Gebiet der Regierungsbezirke Münster, Arnsberg und Detmold (ohne Kreis Lippe). Den 31 Kirchenkreisen mit 517 Kirchengemeinden stehen für das kommende Jahr 256,9 Millionen Euro zur Verfügung. Darin enthalten ist die Besoldung für rund 2000 Pfarrer.
Dass genügend Kapazitäten für die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen in NRW eingerichtet werden, dafür will sich die Kirchenleitung bei der Landesregierung stark machen. Jeder einzelne hat ein Recht auf eine zügige und unvoreingenommene Prüfung seines Anliegens, heißt es. Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien wird die Diakonie etwa in Dortmund, wo die Lage besonders angespannt ist, unterstützen.

Die Evangelische Kirche fordert ein Ende deutscher Rüstungsexporte in Krisengebiete und autoritäre Staaten. „Wir werden öffentlich und im Gespräch mit der Politik auf allen Ebenen dafür eintreten“, sagt Kurschus. Deutschland ist der größte Waffenexporteur der EU und hinter den USA und Russland der drittgrößte der Welt.

Die Synode hat ein Kirchenmusikgesetz beschlossen. „Musik trägt das Evangelium weiter. Das Kirchenmusikgesetz sorgt dafür, dass dies nicht dem Belieben überlassen wird“, sagt Kurschus. So lege das Gesetz fest, dass es in jedem der 31 Kirchenkreise „mindestens eine A- oder B-Kirchenmusikstelle geben muss“. Die A-Prüfung ist nach sechsjährigem Studium die höchste Qualifikation in der Kirchenmusik.

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