Landkreise warnen vor Sparkassen-Schließungen
Der Deutsche Landkreistag warnt vor dem Rückzug der Sparkassen aus der Fläche.

„Wir werden den Trend zu Filialschließungen nicht gänzlich stoppen, aber wir mahnen zur Vorsicht“, sagte Henneke der „Süddeutschen Zeitung“. Schließungen von Filialen gibt es nicht nur bei den Sparkassen, sondern auch bei Volks- und Privatbanken. Laut der bundeseigenen Förderbank Kfw wurden in den vergangenen beiden Jahren deutschlandweit 2200 Bankfilialen geschlossen.

Sparkassen werden effizienter

Hintergrund des Sparkurses sind die schlechten Rahmenbedingungen für Finanzhäuser. Die Niedrigzinsen schlucken die Erträge. Verschärfend kommen höhere Kosten durch die Regulierung hinzu. Zugleich wächst die Konkurrenz durch Online-Banken. „Die Sparkassen loten alle Möglichkeiten aus, um effizienter zu werden“, sagte der damalige Verbandspräsident Dr. Rolf Gerlach auf der Bilanzpressekonferenz der westfälisch-lippischen Sparkassen im März vergangenen Jahres.

Hinzu kommt ein geändertes Nutzerverhalten der Sparkassenkunden. Immer mehr Menschen wickeln Bankgeschäfte online ab. Der Besuch der Filiale wird immer seltener. Die Geschäftsstelle nutzen die Kunden nur dann, wenn sie persönliche Beratung wünschen, etwa im Rahmen einer Immobilienfinanzierung. Die Sparkassen reagieren auf die Entwicklung, sagt Andreas Löbbe, Sprecher des Sparkassenverbands Westfalen-Lippe. Die Standorte werden schrittweise neu ausgerichtet. Einige Filialen werden aufgewertet, andere Einheiten werden zusammengelegt.

2016 reduzierte sich die Zahl der Geschäftsstellen in Westfalen-Lippe um 59 auf 1356. Bis Mitte 2017 ging die Zahl weiter bis auf 1329 Standorte zurück. Die Zahl der Selbstbedienungs-Center stieg bis Mitte vergangenen Jahres auf 340 an.

Henneke hält die Sparkassen für zentrale Dienste im Erscheinungsbild der Landkreise. Man müsse daher nötigenfalls auch in Kauf nehmen, "dass die Gebühren eventuell etwas höher sind und die Kredite vielleicht etwas teurer sind als bei Banken ohne Filialen". Er betonte: "Die Sparkassen sind kein Franchise-System à la McDonald's."

Preiserhöhungen sind nach Ansicht von Sparkasssen-Sprecher Löbbe eine „Gratwanderung“. Sie führten unter den Kunden zu Missstimmung, selbst wenn die letzte Preisanpassung ein Jahrzehnt oder mehr zurückliege.

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