Landwirte blockieren K+K-Zentrallager
Aus Protest gegen die Preispolitik des Lebensmittelhandels haben Landwirte von Sonntagabend bis Montagvormittag die Zufahrten eines Supermarkt-Zentrallagers in Gronau blockiert. Das teilte die Polizei am Montag mit.

Zwischenzeitlich hätten sich am Sonntagabend rund 100 Traktoren vor dem Gelände der regionalen Supermarktkette K+K Klaas & Kock versammelt, teilte die Polizei mit.

Auch am Montagmorgen waren nach Auskunft eines Polizeisprechers noch rund 40 Traktoren vor Ort. Nach einer Einigung, sei die friedlich verlaufende Protestaktion am Vormittag beendet worden.

„Beide Seiten konnten eine kommunikative Lösung finden“, teilte die Polizei mit. Nach Angaben eines Sprechers der Bauern-Initiative „Land schafft Verbindung“, die den Protest mitorganisiert hat, steckt hinter der Blockade ein Streit um die Preispolitik bei Molkereiprodukten aus dem Münsterland.

Die Bauern - darunter nicht nur Milchbauern, sondern auch Landwirte anderer Lebensmittelbereiche - forderten vom Handel zudem ein klares Bekenntnis zu Produkten aus der Region und eine bessere Information der Verbraucher über die Herkunft von Lebensmitteln. Nach sehr konstruktiven Gesprächen habe man sich mit der Supermarktkette in vielen Punkten geeinigt, hieß es am Montag. Man wolle die Gespräche fortsetzen. K+K kündigte eine entsprechende Mitteilung an.

Wegen der Protestaktion müssen die Landwirte nach Polizeiangaben mit einem juristischen Nachspiel rechnen: Die Aktion sei nicht angemeldet gewesen. Außerdem musste die Auslieferung aus dem Zentrallager wegen der Blockade gestoppt werden. Mehrere Lkw kamen nicht an ihr Ziel.

Auch wenn größere Verkehrsprobleme ausgeblieben seien, leitete die Polizei Verfahren wegen Nötigung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ein. In den vergangenen Wochen hatten in mehreren Bundesländern Bauern gegen die Preispolitik des Lebensmittelhandels protestiert. Dabei waren vor allem Lager der Discounter Aldi und Lidl blockiert worden.

SOCIAL BOOKMARKS