Laschet: Ostwestfalen-Lippe ist Wachstumsmotor
Zu einer echten Marke hat sich OWL durch die Arbeit der Ostwestfalen-Lippe GmbH entwickelt. Dafür brauchen die Regionalförderer gute Drähte zu Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft. Dass diese bestehen, zeigte sich bei der Jubiläumsfeier in Bielefeld: (v. l.) Herbert Weber (Geschäftsführer OWL GmbH), Armin Laschet (Ministerpräsident NRW), Manfred Müller (Landrat Kreis Paderborn und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung), Marianne Thomann-Stahl (Regierungspräsidentin), Ingeborg Schramm-Wölk (Präsidentin FH Bielefeld) und Rudolf Delius (Unternehmer und Vize-Vorsitzender der Gesellschafterversammlung).

„Der Bergbau im Ruhrgebiet ist Geschichte – ländliche Räume wie Ostwestfalen-Lippe sind es, die das Wachstum treiben“, rief der NRW-Ministerpräsident seiner Zuhörerschar zu. Die vernahm es wohlwollend: 500 Mitstreiter und Wegbegleiter feierten Donnerstagabend in Bielefeld den 25. Geburtstag der Ostwestfalen-Lippe GmbH – einer Art Agentur für Regionalförderung, die den Kunstbegriff OWL zu einem Markenzeichen geformt hat.

Andere NRW-Regionen können von OWL lernen, wie es laufen kann

Sticheleien, dass diese Gegend im Norden von NRW in der Landeshauptstadt „häufiger mal übersehen, überhört oder vergessen“ werde, wie Paderborns Landrat Manfred Müller als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung augenzwinkernd bemerkte, spornten den Festredner aus Düsseldorf eher zum Lob an: Wie es gelinge, den Teutoburger Wald als „liebenswerte Landschaft, als Urlaubsregion mit hohem Erholungswert“ in Szene zu setzen, lasse sich in der Tourismusbilanz durch sieben Millionen Übernachtung pro Jahr ablesen.

Ganz zu schweigen von den viel beachteten Projekten zu Bürokratieabbau und Digitalisierung in Verwaltung und Wirtschaft. „Die anderen Regionen in Nordrhein-Westfalen schauen nach OWL – und sie lernen, wie es laufen kann“, betonte der CDU-Politiker. Dass hinter solchen Erfolgen weder Glück noch Zufall stecken, wusste Laschet nur zu gut: Das gedeihliche Hand in Hand des „familiär geprägten Mittelstands“ und der „exzellenten Bildungslandschaft mit ihren Universitäten und Fachhochschulen“ machte der Rheinländer für OWL als Garanten für Wohlstand und Wachstum aus.

Wichtige Themen geraten zu kurz

Hintergrund

Im Einheitsjahr 1990 haben IHK-Wirtschaftsjunioren einen Verein zur Imageförderung Ostwestfalen-Lippes gegründet. Aus ihm ging 1993 die OWL Marketing GmbH hervor. Geschäftsführer Herbert Weber bündelt mit seinem Team seit 25 Jahren von Bielefeld aus Themen und Projekte in Kultur und Tourismus, in Forschung und Bildung sowie in der Wirtschaft. Je zur Hälfte teilen sich die Stadt Bielefeld und die sechs OWL-Kreise auf der einen sowie der Verein „Wirtschaft und Wissenschaft für OWL“ auf der anderen Seite die Anteile an der heutigen Ostwestfalen-Lippe GmbH. (td)

Doch dass derartige Errungenschaften ins Stocken geraten können, wenn Politiker und Bürger weiter auseinanderdriften, belege die zähe Diskussion um die Auslegung von Worten des obersten Verfassungsschützers ebenso wie die Debatte um Detailfragen bei der Migration, die „über Monate alle intellektuellen Kapazitäten“ aufzehrt.

Wichtige Themen gerieten zu kurz: Die Schaffung zukunftsfester Jobs in Zeiten von Automation und Digitalisierung ebenso wie Verknüpfung von Leben, Wohnen und Arbeit in Stadt und Dorf. Da, so Laschet, sei er gespannt auf all die Projekte, welche die OWL GmbH und ihr Chef Herbert Weber unter dem Motto „UrbanLand“ für die „Regionale 2022“ entwickeln.

Weitere Hintergründe zum Jubiläum und zur Ostwestfalen-Lippe GmbH lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der „Glocke“ vom 14. September 2018.

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