Laschet mit Pfiffen in Bielefeld empfangen
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Für gute Bezahlung und sichere Arbeitsplätze: Zehntausende sind am Tag der Arbeit in NRW auf die Straße gegangen. Im Fokus stand Europa - denn an der Zukunft der EU hängen unzählige Arbeitsplätze in NRW.
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 "Wir brauchen ein starkes und soziales Europa, das gute Arbeit, faire Löhne und ein hohes soziales Schutzniveau in den Mittelpunkt stellt", sagte die DGB-Landesvorsitzende Anja Weber bei der zentralen Kundgebung in Bielefeld. "Wer den Weg des nationalistischen Alleingangs einschlägt, der wird verlieren - den Frieden und den Wohlstand!"

„Europa: Jetzt aber richtig“

Gut drei Wochen vor der Europawahl lautete das bundesweite Motto der Kundgebungen am 1. Mai: "Europa. Jetzt aber richtig!" Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) warnte vor massiven wirtschaftlichen Folgen, die eine Schwächung der EU für Nordrhein-Westfalen hätte. "Würde dieser Binnenmarkt gefährdet, sind auch Millionen Arbeitsplätze in Gefahr. Das dürfen wir nicht zulassen!", sagte Laschet in Bielefeld.

"Wir müssen uns immer wieder klarmachen, dass die europäische Einheit kein Selbstläufer ist. Deshalb sollten wir wachsam sein und aufpassen, dass die Europafeinde nicht die Oberhand gewinnen", sagte er.

Lautstarke Kritik an Laschet

Laschets Auftritt vor den rund 3000 Gewerkschaftern wurde von zahlreichen Pfiffen begleitet. So forderten zahlreiche Aktivisten der „Fridays for Future“-Bewegung Laschet dazu auf, den Klimaschutz in NRW konsequent voranzutreiben. „Der Gegner steht rechts in diesen Tagen", schimpfte Laschet daraufhin. „Das solltet Ihr Euch vor Augen führen."

„Gesetze von Profit sind nicht die Lösung“

Der nordrhein-westfälische IG-Metall-Chef Knut Giesler rief dazu auf, den Wandel in Industrie und Wirtschaft politisch zu gestalten. "Die Gesetze von Markt und Profit sind nicht die Lösung. Wir brauchen Rahmenbedingungen und Geld für Investitionen in Arbeitsplätze der Zukunft, neue Kurzarbeiterregelungen, eine zukunftsfähige Regional-, Struktur- und Industriepolitik, Aus- und Weiterbildung und Mitbestimmung in allen Zukunftsfragen", sagte er laut Mitteilung bei der Kundgebung in Gelsenkirchen.

Bischof appelliert an den Staat

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck forderte die Gesellschaft müsse Arbeit so organisieren, dass Leistung entlohnt werde und die Menschen auch davon leben könnten. "Der Staat muss eingreifen, wo es nötig ist, und jenen helfen, die das nicht schaffen", sagte Overbeck, der Sozialbischof der Deutschen Bischofskonferenz ist. Der Tag der Arbeit wird seit fast 130 Jahren begangen. Traditionell mobilisiert die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. In Deutschland gab es am 1. Mai 1890 erstmals Massendemonstrationen.

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