Lebenslänglich für Mord an Ehefrau

Nach eigenen Angaben wollte er seiner Ehefrau die Schmach ersparen, als Frau eines Straftäters weiterzuleben.  Am Tag vor der Tat war bekannt geworden, dass sich der aus Unna stammende Angeklagte heimlich an den Konten seiner Bankkunden bedient hatte. Der Schaden soll sich auf über 200 000 Euro belaufen haben.

Der Angeklagte war mitten in der Nacht aufgestanden, um seine Ehefrau zu töten. Die 56-Jährige hatte keine Chance; laut Urteil hegte sie nicht den leisesten Verdacht. Das Ehepaar hatte zuvor noch gemeinsam ferngesehen. „Sie haben sich zum Herrscher über Leben und Tod aufgespielt - und dann auch noch selbst vollstreckt“, hielt Staatsanwalt Heiko Artkämper in seinem Plädoyer dem Angeklagten vor.

Nach der Tat war der Angeklagte nach Hamburg gefahren und hatte sich dort in einem Hotel einquartiert. Zuvor hatte er seinen Schwiegereltern noch Brötchen vorbeigebracht - als sei nichts geschehen.

Im Prozess vor dem Dortmunder Schwurgericht hatte der 57-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt. „Ich habe eine schreckliche Tat begangen, die ich zutiefst bereue“, sagte er den Richtern. Mit dem Mord-Urteil folgte das Schwurgericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte eine Verurteilung wegen Totschlags beantragt, weil der Angeklagte in „krankhafter Verblendung“ nur das Beste für seine Ehefrau gewollt habe.

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