Legionellen-Erkrankungswelle flaut nicht ab
Bild: dpa
Experten suchen derzeit Anlagen im Stadtgebiet Warstein nach der Ursache für die Erkranungswelle ab. Ergebnisse der Proben werden in der kommenden Woche erwartet.
Bild: dpa

Das teilte das Gesundheitsamt in Soest am Donnerstag mit.

In der vergangenen Woche waren zwei Männer an einer durch die Bakterien ausgelösten Lungenentzündung gestorben. Seit Mittwoch kontrollieren Mitarbeiter des Gesundheitsamtes deshalb sämtliche als „Rückkühl-Werke“ arbeitenden Klimaanlagen in der 27.000 Einwohner-Stadt. Ergebnisse der dort gezogenen Proben sollen aber erst in der kommenden Woche vorliegen.

Experten gehen davon aus, dass die Erkrankungswelle mit größter Wahrscheinlichkeit durch eine nicht oder nur unzureichend gewartete Großklimaanlage ausgelöst wurde. „Die Anlagen arbeiten so, dass mit den Kühlschwaden kleinste Tröpfchen in die Umgebung abgegeben werden. Darin können sich sich dann die Legionellen befinden“, sagte ein Kreissprecher - und über Kilometer in der Umgebung verteilen.

Dass die grippeähnliche Krankheitswelle durch Legionellen ausgelöst wurde, hat sich durch weitere Laborergebnisse bestätigt. Bei sechs der Erkrankten wurden die Bakterien nachgewiesen. Außerdem fanden sich auch in der Lunge des 53-Jährigen, der im Krankenhaus gestorben war, Legionellen.

Detektivarbeit in Warstein

Die Verantwortlichen in Warstein müssen Detektivarbeit leisten. Sie wollen herausfinden, wo Anlagen stehen, von denen die Infektion ausgehen könnte. „Wir haben Schornsteinfeger und Feuerwehrleute befragt, wo solche Anlagen auf den Dächern sind“, sagte der Kreissprecher. Außerdem würden hochauflösende Luftbildaufnahmen ausgewertet. Bisher sind 14 derartige Anlagen in Warstein bekannt.

Die gerade untersuchten Anlagen sollen soweit wie möglich vorsorglich desinfiziert werden. „Wir wollen verhindern, dass bei den derzeitigen Temperaturen erneut eine Legionellen-Wolke über die Stadt zieht“, sagte die Soester Landrätin Eva Irrgang (CDU).

Experte Martin Exner vom Deutschen Hygieneinstitut forderte vor dem Hintergrund der Massenerkrankung in Warstein am Mittwoch eine gesetzliche Melde- und Wartungspflicht für derartige Anlagen.

SOCIAL BOOKMARKS