Lichtmessung in neuer Dimension
Bild: Inderlied
Freuen sich auf die Arbeit mit Robogonio: Simon Hirt (l.) und Jonas Sichler studieren an der Hochschule Hamm-Lippstadt Materialdesign und werden mit dem Industrieroboter zahlreiche Experimente durchführen.
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Im Rahmen der Aktionswoche „Zukunft Licht“ ist am Dienstag die horizontale und vertikale Leuchtenmessstrecke eröffnet worden. Wie Licht auf den Menschen wirkt, damit befassen sich die Professoren und Studenten im Studiengang Photonik und Materialwissenschaften schon länger. Aber an die technischen Abläufe hinter dem 25 Meter langen und bis zu zehn Meter hohen Versuchsaufbau muss sich auch Professor Dr. Klaus Zeppenfeld noch gewöhnen. „Ich sage immer noch Lichtkanal“, gestand der Präsident der Hochschule Hamm-Lippstadt: „Dabei ist es eine Leuchtenmessstrecke.“

Das Herzstück ist der 210 000 Euro teure Goniometer, mit dem komplexe Messungen aller Arten von Lichtquellen möglich sind. „Wir wollen genau wissen, aus welcher Richtung wie viel Licht kommt“, erklärt Jürgen Weißhaar, Geschäftsführer des Herstellers Opsira, den Nutzen des Geräts. Die eigentlich einfache Fragestellung werde dann kompliziert, wenn man die Daten aus verschiedenen Lichtquellen und -positionen sammeln will. Es geht um die Messung von Lichtverteilung und Lichtintensität. Professor Dr. Jörg Meyer von der HSHL macht es konkret: „Wir messen hier, ob zum Beispiel die LED-Leuchte am Fahrzeug den entgegenkommenden Autofahrer blenden würde.“

Besonderheit: Messung auch nach oben möglich

Dazu wird der Roboter auf der sieben Meter langen Schiene in die richtige Position geschoben. Die Messung kann aber auch nach oben durchgeführt werden. „So prüfen wir, ob beispielsweise ein Gehweg richtig ausgeleuchtet ist.“ Damit verhindere man, dass die Straßenlaternen zwar genügend Licht auf die Fahrbahn werfen, der Bürgersteig aber zu dunkel sei. Dies sei auch das Besondere an dem Labor, denn laut Weißhaar könnten herkömmliche Messeinrichtungen entweder nur vertikal oder nur horizontal messen.

Beeindruckt sind auch die Studenten vom neuen Labor. „Es ist schon erstklassig, wenn man an so einer Anlage arbeiten darf“, sagt Simon Hirt. Der 21-Jährige studiert Materialdesign mit den Schwerpunkten Bionik und Photonik im vierten Semester. Demnächst wird er während eines Praxis-Semesters mit dem Goniometer viele Experimente durchführen.

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