Lidl-Erpresser zu Haftstrafen verurteilt
Weil sie den Lebensmittel-Discounter Lidl erpresst haben, indem sie vor Filialen im Ruhrgebiet Sprengsätze gezündet haben, wurden am Donnerstag ein 48-Jähriger und seine 54 Jahre alte Verlobte zu je zehn Jahren Haft verurteilt.

Dabei war eine Mitarbeiterin leicht verletzt worden. Lidl hatte den Erpressern, einem 48-jährigen IT-Techniker und seiner sechs Jahre älteren Verlobten, rund eine Million Euro überwiesen. Abgehoben worden waren aber nur 1800 Euro.

Das Urteil vom Donnerstag lautet auf Mordversuch, räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion. Im Prozess hatten beide Angeklagte umfassende Geständnisse abgelegt. Die Sprengsätze hatten sie in ihrer Gelsenkirchener Wohnung aus Silvesterböllern gebaut.

Laut Urteil hatten die Angeklagten zwar nicht vor, Menschen zu töten, hätten das aber in Kauf genommen. „Der Tod eines Menschen oder mehrerer Menschen war ihnen gleichgültig“, sagte Richter Josef Große Feldhaus bei der Urteilsbegründung. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen der besonderen Gefährlichkeit der Tat sogar lebenslange Haftstrafen beantragt.

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