Liebhaber entmannt: Prozessauftakt
Gegen einen 47-jährigen Vater beginnt am Mittwoch der Prozess vor dem landgericht Bielefeld. Er soll den liebhaber seiner Tochter entmannt haben.

Der Bielefelder hat zugegeben, dem Älteren beide Hoden abgeschnitten zu haben. Er wollte der seit einem halben Jahr dauernden Beziehung des ungleichen Paares ein Ende machen. Zuvor war der Vater zur Polizei gegangen, um dem 58-Jährigen den Umgang mit der Minderjährigen verbieten zu lassen - erfolglos.

So eine Beziehung sei nicht strafbar, wenn der Ältere nicht eine Notlage des Mädchens ausnutzt oder sie für sexuelle Dienstleistungen bezahlt, heißt es bei der Staatsanwaltschaft.

Am 2. November 2010 überwältigte der Vater mit zwei Komplizen den Mann in seiner Wohnung, heißt es in der Anklage. Das Opfer wurde mit Handschellen und Klebeband gefesselt. Mit einem Messer oder Skalpell habe der 47-Jährige ihm dann die Hoden entfernt. Anschließend habe der Angeklagte seine Ehefrau veranlasst, den Notarzt zu alarmieren. Der stark blutende, schwer verletzte Mann überlebte. Er ist jetzt nach Angaben seines Anwalts zeugungsunfähig. Das Strafgesetzbuch sieht eine Strafe von mindestens drei Jahren vor, wenn das Opfer die Zeugungsfähigkeit einbüßt und dies vom Täter auch so beabsichtigt war.

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