Lkw-Fahrer trainieren in Simulatoren
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Verkehrsmoderator Klaus Kuhn steuert   im Ausbildungszentrum der Feuerwehr in Dortmund einen Überschlag-Simulator.   
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Die Lkw-Fahrer sollten sich nicht von Zeitung, Fernsehen oder Smartphones im Führerhaus ablenken lassen, raten Experten. Inzwischen gibt es zudem hilfreiche technische Helfer in Lkw wie Notbremsassistenten, Spurassistenten oder ESP.

Der Fernseher im Führerhaus läuft, die Kaffeemaschine blubbert - der Fahrer ist abgelenkt, es kracht. Hunderte schwere Unfälle passieren jedes Jahr, weil Lkw-Fahrer nicht aufgepasst haben. Oft sind sie nicht angeschnallt.

„Die Zahl der Unfälle hat in diesem Jahr deutlich zugenommen", sagt Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange. Rasen Lkw ungebremst in ein Stauende, gibt es in den meisten Fällen Schwerverletzte und Tote.

 Lkw- und Busfahrer können bei den Aktionstagen zu sicherem Verhalten am eigenen Leib erleben, wie sich ein Crash anfühlt. Im Überschlag-Simulator fliegen ihnen allerdings nur Teddybären und Schaumstoff um die Ohren. In Aufprall-Simulatoren merken die Lkw-Fahrer, wie sich ein Zusammenstoß mit nur 10 km/h anfühlt. „370 Kilogramm haben auf meinen Sicherheitsgurt eingewirkt", sagt Kevin Dique, Schwerlastfahrer aus Dortmund. „Wenn ich mit 30 km/h aufprallen würde, wären es schon 3,5 Tonnen."

Noch überraschter ist Dique nach dem Erlebnis im Überschlag-Simulator: „Das ist extrem.“  Der erfahrene Trucker will künftig  Kaffeemaschine und Laptop im Führerhaus sicher verstauen. 

Die Berufsgenossenschaft Verkehr (BG-Verkehr) kennt die schlimmen Unfallauswirkungen und fordert Verbesserungen bei der Lkw-Technik. Seit Jahren seien einige Assistenten in Neufahrzeugen verpflichtend. Notbremsassistenten müssten aber verbessert und Abstandsassistenten erst verpflichtend eingeführt werden, sagt Präventionsexperte Klaus Ruff. Aber auch viele Fahrer müssten dringend umdenken. Telefonieren am Steuer sei zwar verboten. Das gelte aber nicht ausdrücklich für Fernsehen, Kaffeekochen oder Zeitunglesen. „Schnell eine SMS schreiben hat schon manchen Fahrer das Leben gekostet", sagt Ruff. 

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