Luftwaffe holt Infizierte aus Italien nach NRW
Bild: Schrief/Luftwaffe/dpa
Der Airbus A310 MedEvac beim Abflug nach Bergamo. Wegen der dramatischen Notlage norditalienischer Krankenhäuser bringt die Luftwaffe Patienten zur Behandlung nach Deutschland. 
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Die Maschine sei am Mittag von Bergamo aus in Richtung Köln gestartet, sagte ein Sprecher der Luftwaffe der Deutschen Presse-Agentur. „In Zeiten größter Not ist es selbstverständlich, dass wir unseren Freunden zur Seite stehen", erläuterte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). „Deshalb holen wir mit unserer fliegenden Intensivstation der Luftwaffe jetzt Schwerstkranke aus Italien zur Behandlung nach Deutschland. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität. Europa muss zusammenhalten."

Bochum, Köln und Bonn

Das Flugzeug wurde am frühen Nachmittag zurück in Köln erwartet. Die Patienten sollen zur Behandlung in zivile Krankenhäuser gebracht werden. Nach dpa-Informationen sollen jeweils zwei Erkrankte im Katholischen Klinikum Bochum sowie in den Uni-Kliniken Köln und Bonn weiterbehandelt werden.

Die Luftwaffe bezeichnet den MedEcav-Airbus als "wichtiges Glied in der Rettungskette zur medizinischen Evakuierung schwer und schwerst verletzter Personen über große Distanzen". An Bord sind bis zu sechs Plätze für intensivmedizinische Behandlung. Zudem gibt es 38 weitere Liegeplätze, wobei für 16 Patienten eine verstärkte medizinische Überwachung mit Monitoren möglich ist. Damit können 44 Patienten liegend transportiert werden. Die medizinische Besatzung kann bis zu 25 Menschen zählen. Die Luftwaffe hält auf dem Flughafen Köln-Wahn immer einen MedEvac-Airbus in 24-Stunden-Bereitschaft.

Münsters Zahlen stagnieren

Eine positive Nachricht hat die Bezirksregierung Münster für die Stadt Münster: Die Zahl der Erkrankten ist hier von Freitag auf Samstag bei 414 stehen geblieben, wieder gesund sind hier 101 Personen, verstorben zwei. Im gesamten Regierungsbezirk sind 339 Patienten wieder gesund, 10 haben die Infektion nicht überlebt.

Kontrollen bei schönem Wetter

Am zweiten Wochenende mit massiven Einschränkungen wegen des neuartigen Coronavirus wollen viele Kommunen in NRW die Einhaltung des verhängten Kontaktverbots kontrollieren. Auch angesichts des schönen Wetters an diesem Samstag richten die städtischen Mitarbeiter ihre Aufmerksamkeit auf Spielplätze, Parks und besondere „Hotspots", an denen sich gerne Gruppen treffen. In Münster sind nach Angaben einer Stadt-Sprecherin alle Mitarbeiter des Ordnungsamtes an Bord und werden zusätzlich von einem privaten Sicherheitsdienst unterstützt. Die Streifen hätten unter anderem das Gebiet rund um den Aasee im Blick.

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