Mann (44) stirbt nach Pilzvergiftung
Grüne Knollenblätterpilze können leicht mit Champignons verwechselt werden. Die Merkmale des giftigen Pilzes sind: Hut olivgrün, blaßgrün bis weißlich, meist ohne Hüllreste; Stiel oft blassgrün gemasert, am Grund dickknollig mit lappiger Hauttasche.

Der Mann aus Lengerich starb am Dienstagabend trotz einer Lebertransplantation und trotz intensivster Bemühungen der Mediziner an den Folgen der Vergiftung, teilte das Klinikum am Mittwoch mit. Mit Übelkeit und Erbrechen hatte der Mann am vergangenen Donnerstag die Notaufnahme aufgesucht. Vier bis fünf Pilze habe er nach eigenen Angaben gegessen, einen weiteren brachte er mit ins Klinikum. Die Analyse im Labor bestätigte den Verdacht: Er hatte sich mit dem Knollenblätterpilz, der leicht mit Champignons verwechselt werden kann, vergiftet.

Offizielle Warnungen vor Knollenblätterpilzen

Bundesweit wird mittlerweile aufgrund der erhöhten Anzahl und teils schwerwiegenden Verläufe an Vergiftungen durch die Landesämter für Gesundheit und das Bundesinstitut für Risikobewertung vor der Gefahr von Knollenblätterpilzen gewarnt. Diese Pilzart zählt zu den giftigsten in Deutschland und ist für neun von zehn Pilzvergiftungen verantwortlich. Oft ähneln in Deutschland beheimatete Pilze essbaren Sorten aus anderen Teilen der Welt - sind dann aber tödlich wirkende Doppelgänger. In Unkenntnis sammeln Flüchtlinge diese Pilze und verzehren sie. Der Knollenblätterpilz hat keinen abstoßenden Geschmack, Krankheitssymptome treten erst nach mehreren Stunden auf - deshalb ist die Gefahr bei diesem Pilz so groß.

Auch der am Sonntag verstorbene 16-Jährige war ein Flüchtling, er stammte aus Syrien. Drei weitere Patienten, die am Uniklinikum nach einer Pilzvergiftung erfolgreich behandelt worden waren, können das Krankenhaus jedoch in den nächsten Tagen verlassen.

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