Matthias Löb wird neuer LWL-Direktor
Bild: LWL
Matthias Löb (49, l.) hat sich  am Donnerstag  bei der Wahl des neuen Direktors des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) gegen Amtsinhaber Dr. Wolfgang Kirsch durchgesetzt: Löb, der als gemeinsamer Kandidat von SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern ins Rennen ging, erhielt in geheimer Wahl 53 Stimmen, CDU-Kandidat Kirsch erreichte 45 Stimmen. Der Amtswechsel wird zum 1. Juli vollzogen.
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 Der 49-Jährige löst zum 1. Juli Dr. Wolfgang Kirsch (63) ab, auf den bei der geheimen Wahl nur 45 Stimmen entfielen. Erst am Vortag hatte sich die CDU-Fraktion entschlossen, einen eigenen Wahlvorschlag zu machen und Dr. Kirsch in die Kampfabstimmung zu schicken. Kleines Trostpflaster für den unterlegenen Amtsinhaber: Er holte drei Stimmen mehr, als CDU-Mitglieder im Saal waren.

Dennoch krönte die Ampelkoalition, die sich im Westfalen-Parlament Gestaltungsmehrheit nennt, mit der Wahl ihres Kandidaten Matthias Löb die gemeinsame Arbeit in der zu Ende gehenden Legislaturperiode. Löb ist SPD-Mitglied und seit 17 Jahren in verschiedenen Funktionen für den Landschaftsverband tätig, über Parteigrenzen hinweg anerkannt.

Der künftige LWL-Direktor sagte nach der Wahl, er sehe als Herausforderungen im neuen Amt Themen wie Inklusion, den demographischen Wandel und den Weg in eine Bürgergesellschaft. Künftig werde es mehr denn je darauf ankommen, die Eigenverantwortung der Mitarbeiter zu stärken, aber auch vernetztes Denken zu fördern. Da er sein Amt aber erst am 1. Juli antrete, sei jetzt noch nicht der Zeitpunkt, um ausführlich über Zukunftskonzepte zu sprechen. Das zeugte auch von großem Respekt vor dem Amtsinhaber Dr. Wolfgang Kirsch, der gestern zu den ersten Gratulanten Löbs zählte. Kirsch ließ keinen Zweifel daran, dass er bis Ende Juni gut mit dem Kämmerer zusammenarbeiten und die Amtsgeschäfte geordnet übergeben wird. Die achtjährige Wahlzeit von Kirsch endet am 30. Juni.

 Die CDU hätte gerne noch eine gewisse Zeit mit dem LWL-Direktor verlängert, bevor sich die nach der Kommunalwahl am 25. Mai neu konstituierende Landschaftsversammlung in Ruhe mit der Nachfolgeregelung hätte beschäftigen können. Doch die Gestaltungsmehrheit von SPD, Grünen, FDP und Freien Wählern im Westfalen-Parlament wollte die letzte große Gestaltungschance vor der Kommunalwahl nicht verstreichen lassen. Was auch auf Landesebene für harsche Kritik der CDU sorgte: Als „grobe Missachtung der politischen Kultur“ geißelte Bodo Löttgen, Generalsekretär der Landes-CDU, die aus seiner Sicht „übereilte Wahl“. Schon deshalb musste die CDU-Fraktion mit dem Kandidaten Kirsch dagegenhalten.

17 Jahre Erfahrung beim LWL

Der aus dem niedersächsischen Soltau stammende Jurist, Jahrgang 1964, kam nach dem Studium in Münster 1996 zum LWL. Berufliche Stationen dort waren die Personalabteilung, das Krankenhausdezernat sowie eine dreijährige Tätigkeit als persönlicher Referent des LWL-Direktors.

Seit 2001 arbeitete Löb als Referatsleiter und seit 2005 als Stellvertreter des Kulturdezernenten in der LWL-Kulturabteilung. Im April 2007 übernahm er als Wahlbeamter die Leitung des neu gebildeten Dezernates „Kommunale Versorgungskassen und LWL-Bau- und Liegenschaftsbetrieb“. Der 49-Jährige wohnt in Senden (Kreis Coesfeld), ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.

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