Medikamenten-Tests an  Kindern in Bethel? 
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Die Bodelschwinghschen-Anstalten Bethel in Bielefeld werden in einer Forschungsarbeit mit Medikamenten-Tests an Kindern in Zusammenhang gebracht. 
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 „Das Medikament kam drei Jahre später auf den Markt und wird bei Störungen der Hirnleistung eingesetzt“, heißt es in der Forschungsarbeit der Medikamenten-Expertin. Details nennt der Bericht nicht. Bethel kündigte an, die Meldung sehr ernst zu nehmen und zu prüfen.

Über die Erwähnung Bethels in den Forschungsunterlagen hatten mehrere Medien zuvor berichtet. Nach Berichten des ARD-Magazins „Fakt" und des WDR war am Mittwoch bekannt geworden, dass an Essener Heimkindern Ende der 1950er-Jahre das beruhigende Neuroleptikum Decentan getestet worden war - mit erschreckenden Auswirkungen wie Schrei- und Blickkrämpfen oder psychischen Veränderungen, vermutlich durch Überdosierungen.

Merck bestätigte auf Anfrage, es gebe entsprechende Unterlagen im Archiv. Es gebe aber keine Hinweise, dass die Tests an den Heimkindern im Auftrag des Unternehmens durchgeführt worden seien.

Aufgedeckt hat die Fälle die Pharmazeutin Sylvia Wagner. Sie hatte laut ihrem Forschungsbericht Archive, unter anderem das des Pharmakonzerns Merck, sowie historische Fachzeitschriften ausgewertet und Belege für bundesweit etwa 50 Versuchsreihen gefunden.

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