Mehr Kirchenaustritte in der Region
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Der Kirche den Rücken kehren - das tun nach dem Skandal um um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst auch in der heimischen Region immer mehr Gläubige.
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Das Amtsgericht Warendorf verzeichnete demnach 17 Austritte, in Steinfurt waren es 21, wie der WDR berichtete. Auch in Ahaus ist die Zahl leicht gestiegen. Man spüre, dass es in der Kirche wieder brodelt, sagte ein Gerichtsmitarbeiter.

Vermehrte Austritte gab es auch im Zuständigkeitsbereich des Amtsgerichts Rheda-Wiedenbrück. Wie Gerichtsmitarbeiter Heinz Dombrink auf „Glocke“-Anfrage mitteilte, traten im September neun Katholiken aus der Kirche aus, in der ersten Oktoberhälfte waren es bereits 17. Nimmt man beide Konfessionen zusammen, so kehrten im vergangenen Jahr 204 Katholiken und Protestanten ihrer Kirche den Rücken. In den ersten drei Quartalen 2013 waren es schon 222.

Im Bezirk des Amtsgerichts Gütersloh nahmen hingegen bei den Katholiken in der ersten Oktoberhälfte die Kirchenaustritte nicht zu. Das teilte Gerichtsdirektor Axel Meyer mit. In den ersten neuneinhalb Monaten 2013 verließen demnach 218 Katholiken ihre Kirche. Im Gesamtjahr 2012 waren es 192 und im Jahr davor 236, wie Meyer erläuterte.

Dem Limburger Bischof Tebartz-van Elst wird Verschwendung beim Bau seiner neuen Residenz vorgeworfen. Inzwischen ist klar, dass sich die Baukosten auf mindestens 31 Millionen Euro belaufen. Ursprünglich waren 2,5 Millionen Euro genannt worden.

Zudem hat die Hamburger Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl gegen Tebartz-van Elst wegen falscher Erklärungen an Eides statt beantragt. Dabei geht es um Aussagen des Geistlichen wegen eines Erste-Klasse-Flugs nach Indien.

Auch die Limburger Staatsanwaltschaft will in den kommenden Tagen entscheiden, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen den Bischof eröffnet. Ihr liegen wegen der hohen Baukosten für die Residenz mehrere Anzeigen wegen Untreue vor.

In den vergangenen Tagen hatten zahlreiche Bistümer auf die öffentliche Kritik am Finanzgebaren von Bischof und Kirche reagiert und ihre Finanzen offengelegt. Bisher hatten die meisten Diözesen über die bischöflichen Vermögen, die nicht Teil des regulären Haushalts sind, im Einklang mit dem geltenden Staatskirchenrecht nicht öffentlich Rechenschaft abgelegt. Kritiker sprechen deshalb von Schattenhaushalten.

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