Merkel macht Wahlkampf in Münster
Bild: Gog
Zeit für manchen persönlichen Gruß an ihre Fans nahm sich die Kanzlerin bei ihrem Eintreffen auf dem Domplatz in Münster.
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Die Kanzlerin baut in Sachen Lohnfindung auf Arbeitgeber und Gewerkschaften. „Die können das besser.“ Aber: Wenn dann immer noch weiße Flecken auf der Tarifkarte bleiben, wird die Politik die Tarifpartner gesetzlich verpflichten, sagte Merkel am Freitag auf dem Domplatz in Münster, wo sie ihrem ersten Bundestagswahlkampfauftritt in NRW vor rund 6000 Zuhörern absolvierte.

In der Universitätsstadt machte sich die CDU-Chefin für eine bessere Durchlässigkeit von Berufs- und Hochschulbildung stark. Ein Facharbeiter mit Berufsabschluss müsse leicht ins Studium wechseln können. Genauso leicht müsse ein Student, „für den das Studium nichts ist“, eine Berufsausbildung aufnehmen können, erklärte die Spitzenpolitikerin.

Ein Meer orangefarbener Angie-Plakate begrüßte die Kanzlerin bei der Ankunft auf dem Domplatz. Während sie sich einen Weg durch die Menge zur Bühne bahnte, unzählige Hände schüttelte und mit manchem Münsteraner ein persönliches Wort wechselte, spielte die Band „Nobel Composition“ für den bekennenden Beatles-Fan Merkel „Hey Jude“ – und viele der 6000 Menschen sangen mit. Klar, dass die Kanzlerin wenig später das öde Protesttrommeln linker Gruppierungen am Rande des Domplatzes als „etwas eintönig“ empfand. Hauptsache sei jedoch, dass das linke Spektrum überhaupt zu der Open-Air-Veranstaltung gekommen sei. „Die kriegen wir doch sonst nicht in unsere Hallen“, fügte sie hinzu.

Beinahe wäre Merkel in Münster dem Grünen-Spitzenkandidaten Jürgen Trittin begegnet. Der hatte eine Stunde zuvor auf dem benachbarten Prinzipalmarkt zu seinen Anhängern gesprochen.

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