Metall- und Elektrobranche: Warnstreiks in NRW
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Seit Dienstagnacht laufen in NRW die ersten Warnstreiks im Tarifkonflikt der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Die IG Metall hat mehrere zehntausend Beschäftigte zum Protest aufgerufen - auch in Gütersloh und Paderborn.
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Die Warnstreiks sollen auch im Laufe der Woche weiter fortgesetzt werden. Nordrhein-Westfalen zählt damit neben Bayern am Dienstag zu den bundesweiten Schwerpunkten.

Proteste auch in OWL und im Münsterland

Erste Aktionen waren in NRW bereits in den Nachtschichten angelaufen. Um 4.30 Uhr war nach Angaben der örtlichen IG-Metall ein Fackelzug mit 350 Beschäftigten des Aluminium-Norf-Werks in Neuss um das Werksgelände gezogen. Weitere Aktionen sind im Tagesverlauf unter anderem in Oelde bei der GEA Westfalia Separator GmbH und in Gütersloh bei der Gustaf Wolf GmbH geplant.

Zudem streiken die Beschäftigten bei Benteler und bei Wincor (beides in Paderborn). Auch in anderen Teilen von Ostwestfalen-Lippe und des Münsterlands sowie im Ruhrgebiet finden Warnstreiks statt.

Bereits am Montag hatte die IG Metall NRW die erste große Warnstreikwelle in dem laufenden Tarifkonflikt gestartet. Erste vereinzelte Warnstreikaktionen hatte es außerhalb von NRW bereits in der vergangenen Woche gegeben.

Arbeitnehmer enttäuscht vom bisherigen Angebot der Arbeitgeber

Um 11 Uhr seien am Dienstag in Grevenbroich rund 2000 Beschäftigte der Früh- und Tagschicht eines Aluminium-Werks zum Warnstreik aufgerufen, sagte IG-Metall-Sprecher Volker Consoir. „Aluminium boomt, die Nachfrage ist groß. Und der Ofen steht nie still“, erklärte Consoir. Entsprechend enttäuscht seien die Kollegen vom bisherigen Angebot der Arbeitgeber, auch in Bezug auf die Arbeitszeit. Diese müsse von den Arbeitnehmern flexibler nach ihren Bedürfnissen zu gestalten sein.

Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und für alle 3,9 Millionen Beschäftigten die Option, ihre Arbeitszeit befristet auf 28 Wochenstunden absenken zu können. Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder sowie pflegende Familienangehörige sollen zusätzlich einen Teillohnausgleich erhalten, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren.

Verhandlungen in NRW am 18. Januar

Die Arbeitgeber haben bislang Lohnzuwächse von zwei Prozent plus einer Einmalzahlung angeboten und eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten nach oben verlangt.

Die bundesweit nächsten Verhandlungen finden am kommenden Donnerstag, 11. Januar, im Tarifbezirk Baden-Württemberg statt. In NRW wollen sich die Verhandlungspartner am Donnerstag, 18. Januar, zur dritten Runde der jeweils regional in den einzelnen Bezirken geführten Gespräche treffen.

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