Metropolregion OWL als Zukunftswunsch
Bild: Gog
Eröffneten den Regionalkongress OWL am Mittwoch in der Stadthalle Bielefeld: (v. l.) Manfred Müller (Landrat Kreis Paderborn), Axel Martens (Hauptgeschäftsführer der IHK Lippe zu Detmold), Marianne Thomann-Stahl (Regierungspräsidentin Detmold), Reinold Stücke (Regionalrat), Dr. Kirstin Witte (Bertelsmann-Stiftung), Herbert Weber (OWL GmbH), Wolf D. Meier-Scheuven (IHK-Präsident Ostwestfalen) und Thomas Niehoff (IHK-Hauptgeschäftsführer Ostwestfalen).
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Darüber diskutierten am Mittwoch 150 Fachleute beim Regionalkongress OWL in der Stadthalle Bielefeld.

Gemeinsam mit der OWL GmbH, dem NRW-Innenministerium und der Bertelsmann-Stiftung (Gütersloh) hatte der Regionalrat im Regierungsbezirk Detmold das Projekt „Stärkung der Region OWL“ ins Leben gerufen. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl (FDP) und Regionalratsvorsitzender Reinold Stücke (CDU) wollten damit konkrete Handlungsempfehlungen für die regionale Zusammenarbeit in OWL an die Hand bekommen. Beim gestrigen Regionalkongress, der als „Denkwerkstatt für mehr Kooperation“ ausgegeben wurde, ging es um eine erste Bilanz.

Westfalen-Tarif zum 1. August

„Es ist ein Witz, dass es bislang keine einheitlichen Tarife in OWL gibt“, hatte ein Teilnehmer der Online-Befragung der Bertelsmann-Stiftung zur Stärkung der Region OWL über die unterschiedlichen Fahrpreise bei Bus und Bahn geschimpft. Das werde sich mit der flächendeckenden Einführung des Westfalen-Tarifs zum 1. August ändern, erklärte Cornelia Christian, Geschäftsführerin der OWL Verkehr GmbH, beim Regionalkongress. Aktuell noch ein Traum ist für die Verkehrsmanagerin eine „einfach zu bedienende Mobilitäts-App für die Region“.

Wenn ihm eine Fee schon jetzt einen Zukunftswunsch erfüllen würde, dann würde Herfords Bürgermeister Tim Kähler (SPD) die Metropolregion OWL gründen und mit umfangreichen Befugnissen zur Regionalplanung ausstatten. Diese könnte interkommunale Gewerbegebiete leichter verwirklichen und die Zerstörung von freier Landschaft eindämmen. Den Hinweis aus dem Publikum, mit der Idee von der Metropolregion OWL weit weg zu sein von jeglicher Realität, konterte Kähler: „Manchmal hilft eben kein Maulspitzen, da muss gepfiffen werden.“

„Wer die Stärkung der Region OWL will, darf nicht nur auf die Städte schauen, sondern muss auch Entwicklungsmöglichkeiten für die Menschen in den Dörfern aufzeigen“, sagte Manfred Müller (CDU), Landrat des Kreises Paderborn. Wichtig sei dabei die Gesundheitsversorgung.

Gemeinsame Vermarktung macht Tourismus stark

Mit guten Bildungsangeboten für junge Menschen und „etwas Zuwanderung“ will Wolf D. Meier-Scheuven, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld, dem drohenden Fachkräftemangel in OWL entgegenwirken.

Studienabbrecher, die ihr schulisches Schicksal zumeist nicht an die große Glocke hängen, können schon heute von einem gut funktionierenden Netzwerk aus Wirtschaft und Wissenschaft profitieren, um „an einen Job in OWL zu kommen“. Das hat Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk, Präsidentin der Fachhochschule (FH) Bielefeld, beim Regionalkongress OWL deutlich gemacht.

„Die Region ist immer dort stark, wo wir über Kreis- und Ortsgrenzen hinweg zusammenarbeiten“, erklärte Detmolds Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl (FDP). Das zeige sich vor allem im Tourismus rund um den Teutoburger Wald, der durch gemeinsame Vermarktungsaktionen Aufschwung erlebt habe. Thomann-Stahl machte wie andere Kongressteilnehmer an diesem Beispiel deutlich, dass es Zeit sei, sich vom Kirchturmdenken zu verabschieden.

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