Millimeterarbeit in knapp 40 Metern Höhe
Bild: LVM

An zwei Autokränen hängt die gläserne Brücke, die die beiden Bürotürme des LVM in Münster verbindet.

Bild: LVM

Die transparente Brücke, die am Samstag an den Armen zweier Autokräne hing und per Präzisionsarbeit zwischen den beiden Hochhäusern am Koldering eingehängt wurde, schafft eine Verbindung zwischen dem bereits bestehenden LVM-Turm und dem benachbarten Neubau – dem so genannten Kristall. Mitte 2014 soll das Gebäude, dessen Grundstein vor einem Jahr gelegt wurde, fertiggestellt sein. 63 Meter hoch ist es dann und umfasst 17 Etagen, darunter liegt eine dreistöckige Tiefgarage. 43 Millionen Euro investiert der Versicherungsverein, 450 Mitarbeiter werden dort tätig sein.

Architekt ist Prof. Duk-Kyu Ryang, der das Büro HPP in Düsseldorf betreibt. Der Koreaner entwarf bereits die Promenaden im Leipziger Hauptbahnhof, die VW-Arena in Wolfsburg und das Verlagshaus „DuMont“ in Köln.

Die Brücke wurde als Stahlgerüst bereits Anfang April nach Münster geliefert. 15 Tonnen wog das Skelett, das vor Ort verglast wurde und nun 25 Tonnen auf die Waage bringt. 160 Quadratmeter Glasfläche wurden in die 20 Meter lange Brücke eingesetzt, die die elfte Etage des Kristalls mit dem zwölften Stockwerk des Nachbarturms verbindet. Mit 500 Kilo pro Quadratmeter kann man den luftig wirkenden Glasschlauch belasten – das bedeutet, dass sich dort 100 Personen gleichzeitig aufhalten könnten.

Eine Unterkonstruktion, die im Neubauteil in die Decken eingelassen und im bestehenden Turm mit speziellen Dübeln angebracht wurde, hält die Brücke fest. Genau zwei Zentimeter Spiel hatten die Kranführer, um sie einzusetzen. Jetzt wird noch der provisorische Holzboden entfernt und durch Sicherheitsglas ersetzt. Sobald der Boden verglast ist, ist die Brücke begehbar. „Die Glasbrücke verkürzt nach Bezug des Gebäudes die Dienstwege und bietet einen schnellen Draht zu Kollegen aus beiden Gebäuden“, sagt Herbert Paschant, Abteilungsleiter Immobilien.

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